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| Zitate über Anton Bruckner Zeitgenossen und "Nachgeborerene" (keine Dirigenten!) über Bruckner und dessen Werk |
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| "Bruckners Wesen" Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 127
| Rudolf Steiner über Bruckner Rudolf Steiner - Schriftsteller, Goetheforscher, Begründer der Anthroposophie, des Goetheanums in Dornach und der Walddorfschulen hat während seines Studiums in Wien Vorlesungen in Harmonielehre und Kontrapunkt bei Bruckner (W 1889/S 1890) besucht. Aus dem Vortrag in Stuttgart am 08. März 1923 "... Nun, wie ist denn überhaupt die musikalische Entwicklung des Menschen? Sie geht aus von dem Erleben des Spirituellen, des Geistigen, von dem Gegenwärtigmachen des Spirituellen im Tone, im musikalischen Tongebilde. Das Spirituelle verliert sich, das Tongebilde behält der Mensch. Später verbindet er es mit dem Worte als dem Rest des Spirituellen, und dasjenige, was er früher als Imaginationen gehabt hat, die Instrumente, bildet er dann im Physischen aus, macht aus dem physischen Stoffe seine Instrumente. ... Der Mensch hat einfach, indem er physische Musikinstrumente gemacht hat, die leeren Plätze ausgefüllt, die dadurch geblieben sind, daß er nicht mehr das Spirituelle sah.... Da, wo die Musikinstrumente erklingen, haben eigentlich früher geistige Enitäten dagestanden. ... Nur allerdings, die Musikinstrumente sind wirklich im Grunde genommen ein deutlicher Abdruck dessen, daß das Musikalische mit dem ganzen Menschen erlebt wird. Daß das Musikalische durch das Haupt des Menschen erlebt wird, dafür sind ein Beweis die Blasinstrumente. Daß dasjenige, was durch die Brust erlebt wird, in den Armen besonders zum Ausdruck kommt, dafür sind die lebendigen Zeugen die Streichinstrumente. Dafür, daß das Musikalische durch das dritte Glied, den Gliedmaßenmenschen sich auslebt, dafür sind alle Schlaginstrumente oder der Übergang von Streichinstrumenten zu Schlaginstrumenten ein Beweis. Aber es hat auch alles dasjenige, was mit dem Blasen zusammenhängt, einen viel intimeren Bezug zum Melodiösen als dasjenige, was mit den Streichinstrumenten zusammenhängt, das hat einen Bezug zum Harmonischen. Und dasjenige, was mit dem Schlagen zusammenhängt, hat mehr inneren Rhythmus, ist verwandt mit dem Rhythmischen, da ist der ganze Mensch darinnen. Und ein Orchester ist ein Mensch. Bloß darf kein Klavier im Orchester stehen. Ja warum? Nun ja, die Musikinstrumente sind heruntergeholt aus der geistigen Welt. Nur in der physischen Welt hat sich der Mensch das Klavier gemacht, wo die Töne rein abstrakt aneinandergesetzt sind. Irgendeine Pfeife, irgendeine Geige, alles das ist etwas, was schon musikalisch aus der höheren Welt herunterkommt. Ein Klavier, ja, das ist eben so wie der Philister: der hat nicht mehr den höheren Menschen in sich. Das Klavier ist das Philisterinstrument. Es ist ein Glück, daß es das gibt, sonst hätte der Philister überhaupt keine Musik. ... Der Mensch muß loskommen vom Klaviereindruck, wenn er das eigentlich Musikalische erleben will. Und da muß man schon sagen: Es ist immer ein großes Erlebnis, wenn ein Musiker, der im Grunde ganz im Musikalischen lebt wie Bruckner, dann auf dem Klavier gespielt wird. Das Klavier verschwindet im Zimmer, bei Bruckner verschwindet das Klavier! Man glaubt andere Instrumente zu hören, man vergißt das Klavier. Das ist eigentlich bei Bruckner so. Dies ist ein Beweis, daß in ihm noch etwas gelebt hat - wenn auch auf sehr instinktive Weise - von dem eigentlich Spirituellen, das aller Musik zugrunde liegt." aus: Rudolf Steiner, Das Wesen des Musikalischen und das Tonerlebnis im Menschen, Dornach 1991, S.146/147 |
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| "Bruckners Wesen" Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 127
| "Namentlich ist zu berücksichtigen, daß die Brucknerische Musik, auch seine Messen, eigentlich bewußt für das Nicht-kirchliche komponiert worden ist." Rudolf Steiner (aufgelesen: George Balan, Bruckner verstehen - ein geistiges Erwachen, St. Peter 1987) |
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