| Max Kalbeck zum Streichquintett Der Wiener Kritiker Max Kalbeck schrieb 1885 über einer Aufführung des Streichquintetts (und vielleicht kann mir mal ein Experte erklären, wo in dieser schönen Musik "höllischer Schwefel" vorkommt...):
"Kein Cäsar würede den Componisten fürchten, und doch componirt er nichts als Hochverrath, Empörung und Tyrannenmord. Ja, Bruckner ist beiweitem der Gefährlichste unter den musikalischen Neuerern des Tages: seine Gedanken liegen außer aller Berechnung, und das Unvermittelte in ihnen besitzt eine verführerische, magische Kraft, welche größeres Unheil anstiftet als die raffinirten und mühsam ausgeklügelten Sophistereien der Anderen. (....) Seine Musik duftet nach himmlischen Rosen und stinkt nach höllischem Schwefel."
(zit. nach: Göllerich/Auer: Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffensbild, Bd. IV,2, S. 250. f.)
__________________ "Wenn die Sonne der Kultur tief steht, dann werfen auch Zwerge lange Schatten." (Karl Kraus) |