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Zitate über Anton Bruckner Zeitgenossen und "Nachgeborerene" (keine Dirigenten!) über Bruckner und dessen Werk

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Alt 16.03.07, 11:12   #1 (permalink)
Wolfgang
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Registriert seit: 22.12.2006
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Beiträge: 945
Karl Kraus

Folgenden, recht bekannten Brief schrieb Bruckner am 13. Oktober 1885 an die Wiener Philharmoniker bezüglich seiner VII.:
"Löbliches Comité!
Es wolle mir das ergebenste Ansuchen gestattet sein, das löbliche Comité möge für dieses Jahr von den mich sehr ehrenden und erfreuenden Projekte der Aufführung meiner E-Dur-Symphonie Umgang zu nehmen, aus Gründen, die einzig die einzig der traurigen localen Situation entspringen in Bezug der maßgebenden Kritik, die meinen noch jungen Erfolgen in Deutschland nur hemmend in den Weg treten könnte."

Das kommentierte Karl Kraus in der "Fackel" am 12.4.1907:

"Ein Dokument von der journalistischen Zeiten Schande, wie es überwältigender nicht gedacht werden kann. Hier tastet die Hilflosigkeit des Genies, das nicht einmal weiß, wie sich das Ding schreibt, das seiner Kunst dient, und wie man die Mächte anredet, von denen ihm so viel Übles kommt, nach Worten. Tränen treibt hier der Anblick gedemütigter Größe, die sich klein machen muß in einer Zeit, in der sich die Kleinen groß machen. Wie lehrt einen diese Unterwürfigkeit, die mit ängstlichen Augen nach dem richtigen Wort fahndet, dieser kindische Formenrespekt, der die glückliche Abfassung eines Gesuchs vielleicht für eine größere Tat hält als die Vollendung einer Symphonie, jene Menschen hassen, die besser schreiben konnten als Bruckner! In Wien hat sich - im Jahre 1885 - begeben, daß ein Anton Bruckner seinen kritischen Peinigern durch ein Gesuch um Nichtaufführung zu entrinnen versuchte...Dieses (Schreiben) wird in keiner Geschichte der Wiener Kultur des 19. Jahrhunderts fehlen dürfen. In keiner Geschichte, die von den Zeiten erzählen wird, da boshafte Zwerge über gutmütige Riesen herrschten."
__________________
"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, dann werfen auch Zwerge lange Schatten." (Karl Kraus)
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