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Komponisten und Interpreten, Personen und Klangkörper alles, was nicht in eines der anderen Foren passt, und wo es um Komponisten, Werke, Orchester, Dirigenten und Ensembles geht.

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Alt 21.02.10, 13:17   #1 (permalink)
Holger Grintz
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Beiträge: 2.362
Daumen hoch Die Bamberger Symphoniker - Ein Klang wie gute Milchschokolade

Dass den Bamberger Symphonikern ein spezifischer Klang eigen sei, ist häufig zu hören. Chefdirigent Jonathan Nott verglich ihn sogar mit „guter Milchschokolade“. Gemeint ist zunächst ein besonders seidiger Streicherklang, aber auch kernige Holzbläser und weiche, nie einseitig dominierende Blechbläser zeichnen die Symphoniker aus. Oft wird dieses Phänomen auf die „böhmischen“ Wurzeln des Orchesters zurückgeführt. Der alte, noch aus Vorkriegszeiten stammende Klang europäischer Orchester sei hier „wie in einem Bernstein aufbewahrt“, urteilte die New York Times 2005.Tatsache ist jedenfalls, dass die Bamberger Symphoniker über lange Jahre von ihrem Chefdirigenten Joseph Keilberth geprägt wurden, der die deutsche Kapellmeistertradition im guten Sinn verkörperte – ebenso wie Horst Stein, einer seiner Nachfolger. Neben dem Klang haben diese Dirigenten auch das Repertoire des Orchesters in den ersten Jahrzehnten seines Bestehens bestimmt: mit einem deutlichen Schwerpunkt auf der deutsch-österreichischen Tradition. Seit etwa zehn Jahren hat Jonathan Nott behutsam einen anderen Kurs eingeschlagen: vermehrt wird das Repertoire des 20. und 21. Jahrhunderts aufgeführt, stärker zur Geltung kommt auch die französische und russische Musiktradition – dies alles aber unter Beibehaltung des spezifischen Orchesterklangs. Der Erfolg gibt Nott recht: die Musikkritik ist des Lobes voll, zahlreiche Aufnahmen auf CD sind erschienen, so die kürzlich mit dem MIDEM Classical Award 2010 ausgezeichnete Einspielung von Mahlers neunter Sinfonie. Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Christoph Eschenbach und Ingo Metzmacher sind regelmäßige Gäste. Der seit 2004 stattfindende Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb zieht internationale Aufmerksamkeit auf sich, seitdem der erste Preisträger Gustavo Dudamel hieß. Häufig gastieren die Bamberger Symphoniker in den großen Musikzentren der Welt, z.B. in München, Berlin, Wien, Paris, London und New York. Ihre Basis ist jedoch nach wie vor Bamberg, wo ihr ein im Vergleich zur Größe der Stadt enorm großer Abonnentenstamm die Treue hält. Dort spielen sie im kürzlich renovierten und akustisch deutlich verbesserten Joseph-Keilberth-Saal der Bamberger Konzert- und Kongresshalle, die Sie im Rahmen einer Stadtführung durch Bamberg näher in Augenschein nehmen können.
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