Anton Bruckner und sein Verhältnis zu Richard Wagner:
Anton Bruckner, ein österreichischer Vertreter der Romantik, wurde im September 1824 in Ansfelden geboren. Die Grundlagen für die spätere Tätigkeit als Komponist legte sein Vater, der in seiner Funktion als Schullehrer auch für kirchenmusikalische Dienste verantwortlich war. Bereits früh erlernte der junge Anton den Umgang mit Klavier und Violine. Trotz seiner Liebe zur Musik, entschloss er sich dazu, den Beruf des Lehrers zu ergreifen. Neben der Funktion als Pädagoge baute er weiter seine Fähigkeiten als Komponist und Musiker aus, was ihm allerdings nicht nur Wohlwollen seitens seiner Vorgesetzten einbrachte.
Nach wenigen Jahren gab Anton Bruckner den Beruf des Lehrers auf. Sein Wunsch, Berufsmusiker zu werden, war stärker und so überzeugte er 1855 beim Vorspielen für die Stelle des Domorganisten in Linz. In dieser Position machte er erste Erfahrungen mit den Stücken Richard Wagners. Um seine eigenen Fähigkeiten, was die freie Komposition betraf, zu verbessern, ließ er sich von Otto Kitzler, dem Theaterkapellmeister der Stadt, unterrichten. Kitzler, ein Verehrer Wagners, hatte einige seiner Stücker verwendet, um Anton Bruckner zu unterrichten. Die Werke beeindruckten den jungen Komponisten so sehr, dass er zu einem glühenden Anhänger des Komponisten Wagners wurde.
Schließlich lernte er sein Idol im Sommer des Jahres 1865 persönlich kennen. Zu dieser Zeit weilte Richard Wagner zwecks einer Uraufführung von Tristan und Isolde in München, nahm die Verehrung durch Bruckner wohlwollend zur Kenntnis und akzeptierte ihn als einen seiner Anhänger.
Das gegenseitige Vertrauen reichte sogar soweit, dass Wagner seinem „Schüler“ die Schlussszene der Meistersinger von Nürnberg uraufführen ließ. Das zeitlebens bestehende, gute Verhältnis zwischen beiden wird an machen Stellen durch eine schon fast unterwürfige Haltung seitens Anton Bruckners überschattet.
Einer seiner größten Misserfolge, die dritte Sinfonie, geht auf diese Haltung zurück. Damit zog er sich die Missgunst des Wiener Publikums zu. Die Musikszene des damaligen Wiens war geprägt vom Konflikt zwischen den Anhängern Brahms und Wagners. Bis zu seinem Tod 1896 blieb Anton Bruckner ein Verfechter und Verehrer Richard Wagners und seiner neudeutschen Schule.