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Karikaturen, Bilder, Fotos Von Otto Böhler bis Matthias Richter - Bruckner ist immer im Bilde...

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Alt 12.02.07, 21:55   #1 (permalink)
Holger Grintz
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Bruckner in der Walhalla

Hier ein Foto, das ich 2006 in Regensburg gemacht habe:
__________________
Wer hohe Türme bauen möchte, muss lange beim Fundament verweilen...
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Alt 14.02.07, 17:44   #2 (permalink)
Wolfgang
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Zitat:
Zitat von Holger Grintz Beitrag anzeigen
Hier ein Foto, das ich 2006 in Regensburg gemacht habe:
Ich habe damit immer erhebliche Probleme: Bruckner wurde von den Nationalsozialisten als Symbol "völkisch-rassischer Wiedergeburt" aller deutschen "Stämme" gesehen. Höhepunkt dieser ideologischen Vereinnahmung dieses tief religiösen Menschen durch ein unmenschliches Regime war gerade die Aufstellung der Bruckner-Büste auf dem 8. Bruckner-Fest 1937 in der Walhalla - Hitler und Goebbels waren selbst zugegen....
Am Abend des Todes Hitlers wurde im Rundfunk das Adagio der Siebten gespielt.

Gruß Wolfgang
__________________
"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, dann werfen auch Zwerge lange Schatten." (Karl Kraus)
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Alt 29.03.07, 22:11   #3 (permalink)
Brucknerianer
hat sich schon eingelebt
 
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Beiträge: 14
Zitat:
Zitat von Feuervogel
Die Inszenierung dieser von Hitler vorgenommenen "Büstenweihe" lag in Goebbels' Händen, der auch die Rede dazu lieferte.
Aus einem anderen Forum habe ich diese Rede. Sie ist recht interessant:
Zitat:
[...] an einer weihevollen Stätte versammelt um einem der größten Meister deutscher Tonkunst zu ehren. Und mit uns fühlt sich in dieser Stunde das ganze deutsche Volk aufgerufen in Dankbarkeit des Genies zu gedenken das uns und der Welt - wie einst Beethoven vor ihm - in neun gewaltigen Symphonien ein gewaltiges Vermächtnis hinterlassen hat, das zu den stolzesten Reichtümern unserer nationalen Musikkultur gehört.[...]
@Brucknerianer: Ich habe die "Goebbels Rede" nicht gelöscht, sondern interimsweise in den Moderationsbereich verschoben. Ich muss die Quelle checken, bitte um Verständnis
Brucknerianer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.08, 18:29   #4 (permalink)
Marcus Vorbrüggen
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Böse Regensburg ist nicht Walhalla!!

Ich finde es sehr schlimm, das Vermächtnis Bruckners, sowohl seine Musik als auch seine integre christliche Persönlichkeit, in einen okkulten Bereich nordischen Arierismus verübelt zu wissen.
Zum Zitat
Zitat:
"... einem der größten Meister deutscher Tonkunst ..."
:
Bruckner war Österreicher, und nicht Deutscher! In diesem Goebbels-Zitat wirkt schon die Nazipropaganda hindurch, wie auch die militaristsiche Vereinnahmung der Österreicher für das Nazi-Deutschland. Bruckner war ein tiefgläubiger Christ, und er war keinswegs ein Antisemit!

Solche Auseinandersetzungen sind sehr wichtig. Im Internet stoße ich immer auch auf linken Judenhass, in welchem die Israelis mit Nazis verglichen werden. Manchmal steht man einfach nur fassungslos und sprachlos dem gegenüber.
Die Israelis (jüdische, christliche, muslime und atheistische Menschen!) sind ein sehr kultiviertes Volk. Das beweisen mir Aufnahmen zum griechischen Konzert in Caesarea vor wenigen Tagen:
Giorgio Dalaras und "Meine Augen"
Ich beziehe regelmäßig den hagalil-Newsletter, muss aber auch zugeben, dass ich, weil ich kein studierter Mensch bin, oft auch ins Fettnäpfchen getreten bin.

Zum Thema des Begriffs Walhalla bin ich hier fündig geworden:
Walhall – Wikipedia
Soweit mir bekannt, waren die Wikinger diejenigen, die die nordische Mythologie erfunden haben, weil sie daran auch glaubten. Diese waren auch sehr gebildete Seefahrer, die beispielsweise Handel mit anderen, sehr fern gelegenen Ländern betrieben. So eben auch mit den mediterranen Völkern, und somit auch unter anderem mit jüdischen Menschen. Also waren die Wikinger, obwohl sie an Odin und den ganzen Kram glaubten, keine Antisemiten. Es wäre auch dumm gewesen von den Wikingern, zum Beispiel jüdische Menschen zu massakrieren, wo man doch als Wikinger auf friedliche Weise beispielsweise mit jüdischen Menschen wunderschön Handel betreiben konnte. Alles andere wäre für die Wikinger nämlich nicht gewinnträchtig gewesen und hätten sich bestimmt keinen guten Ruf in der mediterranen See bei den mediterranen Völkern eingehandelt. Die Wikinger hätten sich da nämlich gar nicht mehr zu sehen brauchen! So sehe ich das.

Was mich stutzig stimmt, ist, dass [Zitat Feuervogel]
Zitat:
nach einem Entwurf L.v. Klenzes für König Ludwig I. von Bayern in Form eines griechischen Tempels nahe Regensburg als "Ruhmeshalle berühmter Deutscher" errichtet
worden ist.
Ich sehe darin eigentlich eine multikulturelle Verbindung zwischen Wikingern, Griechen und "berühmten" Deutschen, obwohl Bruckner ein Österreicher. Und Ludwig van Beethoven klingt mir irgendwie holländisch. Momentan fallen mir nur berühmte Griechen ein, wie Pythagoras von Samos beispielsweise, der sein Wissen über die Zahlen eben auch jüdischen Kabbalisten [nicht zu verwechseln mit Kannibalen; das wäre antisemitisch!] zu verdanken hat.

Nun, wir lernen daraus: ohne den jüdischen Menschen geht es im Leben nicht weiter.
__________________
Jeder Ton gewahre des Geistes Wirksamkeit im seelischen Empfinden durch Denken der Noten!

Geändert von Marcus Vorbrüggen (13.07.08 um 03:33 Uhr). Grund: mir ist noch was eingefallen
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Alt 19.08.08, 18:24   #5 (permalink)
Marcus Vorbrüggen
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Daumen hoch

Hitler war mal in Regensburg, um vor einem großen Österreicher zu stehen. Hitler hat das Genie von Anton Bruckner nie erreicht. Friedrich den Großen auch nicht.
Hitler stand vermutlich, wie üblich für das "germanistische" Volk, für sich selbst "in" anderen.
Hitler hat palästinensische Araber gegen jüdische Palästinenser aufgebracht, um die Juden in der Welt auszurotten.

Darüber kann sich kein Freund Bruckners freuen, selbst Anton Bruckner nicht.

Des Lebens Sinn sind die Völker auf Erden zu einem Lebens Prinzip:
die Vielfalt der Kulturen sind der Schöpfungen Geist.

"Friedrich der Große" auch nicht.
Größe sei relativiertes Attribut dem Seelischen ob einer Person wegen, welche Größe in sich eint, doch Liebe von sich gibt. Hat Friedrich auch nicht verstanden und umgesetzt.
Darum ist "Friedrich der Große" ein inkorrektes Attribut.
"Friedrich der Selbstzweckene" wäre vielleicht passender.

Was zweckt eine Kleinheit zur Größe im Selbst, oder was bewegt Hitler im Drang zur Größe in seines Zwecks, oder Zwecken?

Was meint ihr denn so?

Also ich denke, "Größe" ist etwas Göttliches: bewegendes Prinzip des Lebens daselbst, unfassbar, kosmisch. "Größe" mordet nicht, sondern vervielfacht sich im Leben für das Leben in kleinen Dingen; im Denken von Seelen beispielsweise.

Die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach beispielsweise, erster Satz, erstes Thema. Geistige Größe von Aionen geht immer durch die Geschichte des Lebens, sie ändert sich nie darum sei beständig in den Worten der Geistlichen.
__________________
Jeder Ton gewahre des Geistes Wirksamkeit im seelischen Empfinden durch Denken der Noten!

Geändert von Marcus Vorbrüggen (19.08.08 um 19:59 Uhr).
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Alt 21.08.08, 11:59   #6 (permalink)
Uhrwerker
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Mit dem Deutschen ist's schon ein Kreuz

Lieber Marcus Vorbrüggen,

am 6. August 1806 hat ihn Wien der deutsche Kaiser Franz II seine Kaiserkrone abgelegt und das deutsche Reich für aufgelöst erklärt, womit die erste große Organisationsform der deutschen Staaten nach fast tausendjähriger Geschichte ihr Ende fand.
Wieso, warum, weshalb lasse ich jetzt mal außen vor, weil es für meinen Einwand nicht wichtig ist.
Wichtig ist viel mehr, dass Österreich immer Bestandteil dieses Reiches war, ja mehr noch, dass Österreicher die Geschicke dieses Reiches fast 400 Jahre lang als oberste Herrscher gelenkt haben. Sie haben sich dabei nie als Angehörige eines ausländischen Staates, einer fremden Nation angesehen, sondern immer als Deutsche. Um Mißverständnisse aus dem Weg zu räumen, das ist nicht nationalistisch gemeint, sondern so, wie wir uns heute eben auch als Europäer verstehen.

Nach dieser Reichsauflösung hat Österreich immer daran mitgearbeitet, eine neue tragbare Lösung zur Behebung dieses Organisationsvakuums in Mitteleuropa zu finden. Österreich war im 19. Jhdt. immer ein Faktor in der deutschen Politik, genauso, wie es immer als eine deutsche Großmacht angesehen wurde. Daran ändert übrigens auch die Tatsache nichts, dass sich im letzten Drittel des 19. Jhdts. die andere deutsche Großmacht, Preussen, mit der sogenannten kleindeutschen Lösung durchgesetzt hat. Siehe dazu die Sache mit der Nibelungentreue 1914, aber auch die Sache, dass ein anderer Österreicher sich dem heimatlichen Wehrdienst entzogen hat, um diesen im bayerischen (!) Heer dann abzuleisten (sic!).

Selbstverständlich war Anton Bruckner ein deutscher Komponist, genauso wie er auch ein österreichischer war.
Würde man die Methodik deiner Aussage nämlich konsequent anwenden, dann wären Gluck, Strauß, Reger und Orff keine deutschen Komponisten, sondern bayerische, genauso wie Wagner dann ein sächsischer wäre.
Als Bayer kann ich natürlich sofort damit leben, dass unser Freistaat zur eigenen Nation aufgewertet wird, mit seinen 10 Mio. Einwohnern wäre er nicht einmal die kleinste in Europa, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, als wie wenn man uns das nicht so recht glauben mag, auch wenn Bayern bis 1918 ein eigenes Heer und ein eigenes Außenministerium unterhalten hat und es nach 1918 durchaus Überlegungen gab, den Reichsverband dieses Bismarkreiches zu verlassen.

Außerdem bitte ich noch zu berücksichtigen, dass nach Auflösung des KuK-Reiches, Deutschösterreich der Anschluss an das deutsche Reich verweigert worden ist, sich also die Österreicher sich zu diesem Zeitpunkt noch als Deutsche gesehen haben.

1938 lasse ich jetzt einmal bewußt außen vor, weil es nämlich grundsätzlich keine Schande ist, deutsch zu sein (genau so wenig, wie es irgendetwas besonderes ist!).

So, und jetzt zur Walhalla, die sich ungefähr eine halbe Autostunde von mir entfernt im schönen Donaustauf befindet.
Alles baurelevante kann man der Wikipedia entnehmen, genauso wer aller drin ist.
Sie ist auf jeden Fall ein klassizistisches Bauwerk, dass absolut der Mode der damaligen Zeit huldigt, und ihr Name und ihre Existenz ist letztendlich dem Fehlen eines übergeordneten deutschen Staates geschuldet, denn ihr Bau fällt genau in die Zeit des deutschen Bundes, der das Vakuum des aufgelösten Reiches nicht hat schließen können.
Sie wird übrigens nach wie vor als "Ruhmeshalle" genutzt, die letzten beiden Personen, die da reingekommen sind, waren die Sophie Scholl (2003) und der Gauß (2007). M. E. hätte Georg Elser auch hineingehört, aber läuft wohl allgemein unter der Tafel "Der deutsche Widerstand", die sich ebenfalls drinbefindet.

Aber nun endlich zu Bruckner und den Versuchen der Faschisten ihn für sich einzuvernehmen.
Um es kurz zu sagen, das ist schlicht und einfach gescheitert. Und soweit ich weiß, war die 36er Aktion auch der einzige größere Versuch dazu.
Und dass der langsame Satz von Bruckners 7. als Trauermusik für'n Adolf gespielt worden ist, was soll's. Die 7. ist eine großartige Sinfonie und der Hitler ein Verbrecher und wenn sich beide einmal begnet sind, da kann niemand etwas dafür.
Les Preludes vom Liszt ist da stärker belastet, aber deswegen höre ich es auch gelegentlich, weil es ein Stück guter Musik ist, genauso, wie ich auch Wagner höre und Respighi. Bei ersterem teile ich wenigstens zum Ring die Auffassung von Bernard Shaw, gleich welchen Unsinn Wagner sonst noch verzapft hat und gleich, wer ihn sonst noch angehört hat und bei letzterem ist seine römische Trilogie wunderbare Musik, die einem in tristen Tagen in's sonnige Italien versetzt, auch wenn der Komponist selbst schon ein bißchen arg mit dem Faschismus verflochten war.
Es gibt nämlich auch noch einen Wert an sich, der unabhängig von dem, der sich seiner bedient, bestehen bleibt. Hitler war z.B. auch noch Nichtraucher und Vegetarier, genauso wie Göring breite Polsterstühle geliebt hat. Müssen wir uns deswegen jetzt täglich drei Schachteln Zigaretten und zwei Pfund blutige Steaks reinziehen, der weil wir auf Melkschemeln sitzen?

Abschließend möchte ich noch meine Überraschung zum Ausdruck bringen, dass man in einem Bruckner-Forum über "antideutsche" Positionen stolpert, ohne dass die jetzt in irgendeiner Art und Weise ein Vorwurf sein sollte.

Mit besten Grüßen Uhrwerker

Geändert von Uhrwerker (21.08.08 um 12:04 Uhr).
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Alt 23.08.08, 17:26   #7 (permalink)
Marcus Vorbrüggen
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Beiträge: 80
Idee

Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen
Lieber Marcus Vorbrüggen,
"Lieber Herr ..." hätte mich in der Tat weniger gefreut, da die Anrede mit "Herr" immer auch ein Herrschen in sich selbst konnotiert, um mich zu beherrschen. Ich herrsche nicht, da ich Nichts zu beherrschen verstehe. In einem Sich-Selbst Nichtvorhandenes zu beherrschen ist bei weitem schwerwiegender als bereits Vorhandenes meinen vorsichtiger beherrschen zu können.
Für einen Selbst. Daher richte ich mich selbst mit Worten anderer, da andere besser sind wie ich. Jeder andere sei besser als sein eigenes Selbst, da die Natur jedes Seele regiere im Verstand zum anderen durch des Lebens Vielfalt in Einigkeit zur Treue Fest! Denn der, der eint auf Erden, ist auch nur ein Mensch. Und schwach, da er sterblich ist. Diese Größe von Sterblichkeit nimmt beharrlich im Wachsen von Herrschen zu. Doch Leben im Geiste wächst beharrlich durch der Schöpfungen Vielfalt.

Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen
am 6. August 1806 hat ihn Wien der deutsche Kaiser Franz II seine Kaiserkrone abgelegt und das deutsche Reich für aufgelöst erklärt, womit die erste große Organisationsform der deutschen Staaten nach fast tausendjähriger Geschichte ihr Ende fand.
Wieso, warum, weshalb lasse ich jetzt mal außen vor, weil es für meinen Einwand nicht wichtig ist.
Natürlich ist das wichtig, und sollte auch nicht außen vorgelassen werden! Niemals! Unter dem Druck Napoleons!!

Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen
Wichtig ist viel mehr, dass Österreich immer Bestandteil dieses Reiches war, ja mehr noch, dass Österreicher die Geschicke dieses Reiches fast 400 Jahre lang als oberste Herrscher gelenkt haben. Sie haben sich dabei nie als Angehörige eines ausländischen Staates, einer fremden Nation angesehen, sondern immer als Deutsche. Um Mißverständnisse aus dem Weg zu räumen, das ist nicht nationalistisch gemeint, sondern so, wie wir uns heute eben auch als Europäer verstehen.
Ich nenne Amseln nicht Schwarzkehlchen, und Schwarzkehlchen nicht Amseln, obwohl sie eine Familie von Drosseln sind.
Keine menschliche "Klapsmühle" wäre bereit, Amseln zu behandeln, weil sie sich für Schwarzkehlchen halten, und Schwarzkehlchen für Amseln, weil sich eine Menge von Rabenkrähen "Klapsmühlen" für das Krähenreich wünscht, um reine Krähen zu gebähren, die reiner als Raben sind, um besser zu krähen zu können, eines Tages Bären pflücken zu wollen.
ähmmm..

Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen
Nach dieser Reichsauflösung hat Österreich immer daran mitgearbeitet, eine neue tragbare Lösung zur Behebung dieses Organisationsvakuums in Mitteleuropa zu finden.
Nein! Kaiser Franz II. wurde von Napoleon "Bonaparte" dazu genötigt, Österreich aufzugeben. Das Verdienst eines französischen Außenpolitikers namens Talleyrand hat tragbare Lösungen in Europa vollbracht, nicht Österreich, nicht Deutschland, nicht Frankreich, nicht England, nicht Russland, sondern Talleyrand im Wiener Kongress 1815!

Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen
Selbstverständlich war Anton Bruckner ein deutscher Komponist, genauso wie er auch ein österreichischer war.
Anton Bruckner war ein einzigartiger Komponist in der Familie der Komponisten. Wäre er mit der selben Musik Spanier o.a. Lebenskultur gewesen, würde man ihn genauso ehren?
Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen
Würde man die Methodik deiner Aussage nämlich konsequent anwenden, dann wären Gluck, Strauß, Reger und Orff keine deutschen Komponisten, sondern bayerische, genauso wie Wagner dann ein sächsischer wäre.
Typografie der Völker Vielfalt eines Sternenzeltes verstanden.

Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen
Als Bayer kann ich natürlich sofort damit leben, dass unser Freistaat zur eigenen Nation aufgewertet wird, mit seinen 10 Mio. Einwohnern wäre er nicht einmal die kleinste in Europa, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, als wie wenn man uns das nicht so recht glauben mag, auch wenn Bayern bis 1918 ein eigenes Heer und ein eigenes Außenministerium unterhalten hat und es nach 1918 durchaus Überlegungen gab, den Reichsverband dieses Bismarkreiches zu verlassen.

Außerdem bitte ich noch zu berücksichtigen, dass nach Auflösung des KuK-Reiches, Deutschösterreich der Anschluss an das deutsche Reich verweigert worden ist, sich also die Österreicher sich zu diesem Zeitpunkt noch als Deutsche gesehen haben.
Worte für Robert Musil?

Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen
1938 lasse ich jetzt einmal bewußt außen vor, weil es nämlich grundsätzlich keine Schande ist, deutsch zu sein (genau so wenig, wie es irgendetwas besonderes ist!).
Warum sollte Schande über jedes Volk sein, weil man ein Deutscher ist?
Jedes Volk ist "sonderlich" aufgrund der Eigenarten im Leben auf Erden! Besonnener sei jedes Volk auf Erden.

Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen
So, und jetzt zur Walhalla, die sich ungefähr eine halbe Autostunde von mir entfernt im schönen Donaustauf befindet.
"VAHAL" ist das nordische Wort. Walhalla gibt es nicht.

Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen
Alles baurelevante kann man der Wikipedia entnehmen, genauso wer aller drin ist.
Sie ist auf jeden Fall ein klassizistisches Bauwerk, dass absolut der Mode der damaligen Zeit huldigt, ...
In diesem Satz sind einige Rechtschreibfehler drin.

Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen
... und ihr Name und ihre Existenz ist letztendlich dem Fehlen eines übergeordneten deutschen Staates geschuldet, denn ihr Bau fällt genau in die Zeit des deutschen Bundes, der das Vakuum des aufgelösten Reiches nicht hat schließen können.
Sie wird übrigens nach wie vor als "Ruhmeshalle" genutzt, die letzten beiden Personen, die da reingekommen sind, waren die Sophie Scholl (2003) und der Gauß (2007). M. E. hätte Georg Elser auch hineingehört, aber läuft wohl allgemein unter der Tafel "Der deutsche Widerstand", die sich ebenfalls drinbefindet.
Widerständliches zeichne sich zum Ruhme des Lebens dort ab, wo der Stand des Stolzes zur Vernichtung geführt hat. Wie oft kommt der Begriff "Stolz" in der Bibel respektive in der Christenheit Heiligen Schriften vor, und wie ist der Begriff durch der Völker Entwicklung behaftet? Anhand einer Konkordanz ließe sich dies erörtern. Nun? Auch Theologen unterschiedlichster Glaubensrichtungen hierin zu konsultieren.
Stolz? Negativ. Durchweg negativ!
Denn die Herrlichkeit des Stolzes ist ein großes Unwesen in Seelen, ein Werk Satans.


Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen
Aber nun endlich zu Bruckner und den Versuchen der Faschisten ihn für sich einzuvernehmen.
Um es kurz zu sagen, das ist schlicht und einfach gescheitert. Und soweit ich weiß, war die 36er Aktion auch der einzige größere Versuch dazu.
Anton Bruckner lebte im 19.Jht., nicht in den Jahren Hitlers. Es ist leicht, verstorbene Menschen durch ihre Namen aufzurufen, um sie für eine Ideologie zu missbrauchen. Weil sich ideologischer Größenwahn gern mit dem Guten schmückt, werden auch Begriffe wie "Mut" und "Held" durch idiotische Propaganda missbraucht. Links wie Rechts. Rechts wie Links.
Geschichtliches Denken ist nicht den Herrschsüchtigen Geistes Sprache.

Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen
Und dass der langsame Satz von Bruckners 7. als Trauermusik für'n Adolf gespielt worden ist, was soll's. Die 7. ist eine großartige Sinfonie und der Hitler ein Verbrecher und wenn sich beide einmal begnet sind, da kann niemand etwas dafür.
Les Preludes vom Liszt ist da stärker belastet, aber deswegen höre ich es auch gelegentlich, weil es ein Stück guter Musik ist, genauso, wie ich auch Wagner höre und Respighi. Bei ersterem teile ich wenigstens zum Ring die Auffassung von Bernard Shaw, gleich welchen Unsinn Wagner sonst noch verzapft hat und gleich, wer ihn sonst noch angehört hat und bei letzterem ist seine römische Trilogie wunderbare Musik, die einem in tristen Tagen in's sonnige Italien versetzt, auch wenn der Komponist selbst schon ein bißchen arg mit dem Faschismus verflochten war.
Es gibt nämlich auch noch einen Wert an sich, der unabhängig von dem, der sich seiner bedient, bestehen bleibt. Hitler war z.B. auch noch Nichtraucher und Vegetarier, genauso wie Göring breite Polsterstühle geliebt hat. Müssen wir uns deswegen jetzt täglich drei Schachteln Zigaretten und zwei Pfund blutige Steaks reinziehen, der weil wir auf Melkschemeln sitzen?
Respekt!

Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen
Abschließend möchte ich noch meine Überraschung zum Ausdruck bringen, dass man in einem Bruckner-Forum über "antideutsche" Positionen stolpert, ohne dass die jetzt in irgendeiner Art und Weise ein Vorwurf sein sollte.
Nicht gegen den Vater, aber gegen die Verblödung im Vaterland kämpfe ich.
Es lebe das Heilige Israel!
Zitat:
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Mit besten Grüßen Uhrwerker
Salam maleikum i arrice Verdi
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Geändert von Marcus Vorbrüggen (23.08.08 um 18:28 Uhr).
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Alt 24.08.08, 00:46   #8 (permalink)
Uhrwerker
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Hallo Marcus Vorbrüggen,

Die Restauration nach 1815 ist doch gescheitert, in Frankreich eher, als im Deutschen Bund, aber gescheitert ist sie letztendlich doch überall.
Und Ornithologie hin, Ornithologie her, dass Österreich im deutschen Boot bleiben muss, dafür gibt es wenigstens zwei Gründe alleine schon im 20. Jhdt.

Und Bruckner würde m. E. genauso geehrt werden, wenn er jetzt Spanier oder sonst was wäre, weil er eben einzigartig ist.
Jedoch:
Wird Bruckner überhaupt so geehrt, wie er eigentlich geehrt werden sollte? Wird ihm in der gesamten gegenwärtigen Musikszene wirklich die Bedeutung zugemessen, die ihm eigentlich zugemessen werden sollte?

Valhal ist ein Teil der nordischen Mythologie, Walhall heißt die Götterburg im Ring und Walhalla dieses Bauwerk in Donaustauf. Die letzten beiden sind eigentlich nur Zitate von ersterem, das eine literarisch - musikalisch und das andere ideell - steinern. Und dieses Ding heißt eben wirklich und ganz offiziell Walhalla.

Und verzeih mir, aber Musil ist mir zu bourgeois, da geb ich doch viel lieber dem Hasek den Vorzug.

Beste Grüße
Uhrwerker
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Alt 25.08.08, 14:38   #9 (permalink)
Marcus Vorbrüggen
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Reden

Scheitern ist des Krieges Wesen Stolzes Herkunft, damit jedes Land solange scheitere im Stolze, bis vernünftige Menschen ihre Stimmen erheben und ausrufen, im Stolze sei nun doch genug gescheitert.
Darum soll man ja auch nicht Scheitern im Leben, und auch nicht stolz sein im Scheitern; sondern leben durch die Liebe in Völkern unter einem Sternenzelt, und nicht unter der Erde. Stolz gibt nicht das Leben, sondern Leben gibt Freude im Herzen. Jedes Volk sei Würde des Lebens, nicht des Stolzes.

Welche Stolzigkeit ruft schon aus: „Ich bin stolz, ein Mensch zu sein!“
Nun? Der Menschen Stolz sei denn Würde in allen Völkern, wenn Menschen erschüfen das Leben im Universum. Da aber Menschen nur leben können in der Schöpfung, muss angenommen werden, dass die Schöpfung daselbst das Leben ist, und deren Entwicklung Sache jedes verstandenen Lebens.

---
Charakter

Kunst und Musik, Philosophie und Theologie
seien die Dinge im Gleichgewichte,
die einen im Leben wirklich weiterführen.

---
Zudem hätte ich mal wieder Bock, eine Lust abzuschießen:
zur „Walhalla“ ist mir nämlich noch was eingefallen.

Wie ich oben schon ausführte, ist „Walhall“ mythologisch von den Wikingern ins Leben gerufen worden, weil sie eben daran glaubten. Die nordische Mythologie an sich ist sehr blutrünstig, aber keine Religion, sondern Mythos.
Um Atheisten gerecht zu werden, wollte man mit Regensburg nichts Religiöses, also Jüdisches und Christliches verbinden, sondern mythologische Blutrünstigkeit.
Um also den Wikingern Regensburg nicht zu überlassen, schlage ich vor, die sogenannte „Walhalla“ aus Transportgründen in Einzelteile zu zerlegen, um sie dort wieder aufzubauen, woher die „Walhalla“ ursprünglich kam. Irgendwo aus dem Norden zwischen Dänemark und Skandinavien.
Da dies aber den deutschen Haushaltsetat ins Unermessliche steigern würde, schlage ich darum vor, auch gefallene deutsche Juden, oder gefallene jüdische Deutsche - Wortklauberei -, die ihr Leben für Deutschland auch zuvor im 1.Weltkrieg gaben und ebenso stolz waren, Deutsche zu sein, ebenso in die „Walhalla“ aufzunehmen.




Zitat:
Zitat von Uhrwerker Beitrag anzeigen

Und verzeih mir, aber Musil ist mir zu bourgeois, da geb ich doch viel lieber dem Hasek den Vorzug.

Beste Grüße
Uhrwerker

Einen der größten Schriftsteller Österreichs einen Bourgeois zu nennen, einen Menschen mit Charakter, Eleganz und Esprit, grämt mich. Sein Mammutwerk "Der Mann ohne Eigenschaften" und sein Aphorismus über Kunst und Kitsch in "Schwarze Kunst"; dieser Denker der Logik aus Österreich!
Nein. Ich kann es SO nicht stehen lassen!

Robert Musil war ein geschichtlicher Denker. Benjamin, Böll, Solschenyzin. Vor Vico. Im 20. Jht.. Geschichtliche Denker heutiger Zeit:
Ralph Giordano. Schöner Name, von Linken und Nazis gehasst. Meines Wissens Erachten zeichnet sich ein wahrer Schriftsteller durch ein Denken in der [vorhandenen] Geschichte aus. In ihm sehe ich dieses erfüllt. Ehre den geschichtlichen Denkern!

Völliger Blödsinn! Ehre ist des Wesens Lesen. Verbrennen ist am Montag zur Ehre von Ray Bradbury. Ich wollte damit etwas völig anderes sagen. Zu lesen verstehen verbrennt das Gemüt, Verstandenes begriffen zu haben, bevor es in sich verbrennt.
Dass ihr es nicht verstanden habt ...
[R.B.]

__________________
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Geändert von Marcus Vorbrüggen (25.08.08 um 20:22 Uhr).
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Alt 26.08.08, 09:38   #10 (permalink)
Uhrwerker
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Lieber Marcus Vorbrüggen,

deinem Wunsch bezüglich der Walhalla wird Folge geleistet:
Dieses Jahr noch soll die Edith Stein mit einer Büste in derselbigen gewürdigt werden und nächstes Jahr der Heinrich Heine.

Musils Mann ohne Eigenschaften ist mir durchaus bekannt, ich respektiere seine literarische Qualität und ziehe auch nicht in Zweifel, dass er einer der bedeutendsten Romane des 20. Jhdt. ist, jedoch hat er mir nicht besonders gefallen.
Soweit ich in Erinnerung habe wird in diesem Roman das habsburgische Österreich (KKnien oder Kakanien) in seiner Endphase beschrieben und zwar aus der Sicht eines gewissen Ulrichs, der wiederum der bürgerlichen Klasse angehört (Bildungsbürgertum) und Repräsendant und Produkt eben dieses Kakanien ist. Dies geschieht durchaus mit Ironie, Sarkasmus, Hinterfragung, Kritik und Ablehnung, aber letztendlich verweilt der ganze Roman doch im Salon, weswegen er mir zu bourgeois ist.
Ich nehme dabei durchaus wahr, dass Musil dieses KKnien gleichsam als Negativbeispiel, als Antiutopie darstellt, jedoch aus einer Perspektive, die eben nicht (mehr) die meine ist.

Musil selbst bezeichne ich selbstverständlich nicht als Bourgeois.

Ganz anders aber nun verhält es sich mit Haseks großen Roman, der ebenfalls die Schlussphase der Doppelmonarchie zum Thema hat und übrigens ebenfalls Fragment geblieben ist: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk.
Schwejks Probleme sind absolut existenziell und bei seinen ganzen Kasperiaden und Eulenspiegeleien darf man doch den Hintergrund nicht übersehen, vor dem sie spielen.

Wenn Hasek abschweift, dann nicht in irgendwelche geschichtsphilosophischen Betrachtungen, sondern in benachbarte Gefängniszellen, wo Gefangene von ihren Wärtern zu Tode getrampelt werden oder er stellt kleine philosophische Betrachtungen über die Lebenserwartung militärischer Dienstränge an gewissen Frontabschnitten an. Und weder Hasek noch Schwejk befinden sich dabei in einem Salon, noch wollen sie in einem selbigen hinein.



Und da gibt es übrigens auch eine Reihe von Berührungspunkten mit Bruckner und zwar nicht nur die Knödel und a G'selchts.

Da wir uns aber hier im Walhalla-Thread befinden, habe ich Bedenken jetzt darauf näher einzugehen, weil das mit der Walhalla überhaupt nichts mehr zu tun hat, sondern mit der Bedeutung Bruckners in der Kulturszenen des späten 19. und frühen 20. Jahrhundert im Allgemeinen und in der Musik im besonderen.

Mein Vorschlag, machen wir doch einen eigenen auf, nicht dass uns der Admin noch wegen Themaverfehlung rügt.


Beste Grüße
Uhrwerker
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