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Film - Kino, TV oder "selbstgedrehtes" gestern im Kino, gestern im Fernsehen gesehen...., Filmklassiker und Neuerscheinungen.

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Alt 23.05.09, 14:20   #1 (permalink)
Holger Grintz
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Politik Wolfram Tichy - Vita und Filmografie

Wolfram Tichys Karriere im Filmgeschäft begann bereits während seiner Schulzeit in den 60er Jahren, als er für drei Frankfurter Kinos Programmberater war.

Nach einem Praktikum beim damaligen Constantin Filmverleih wurde er Geschäftsführer des studentischen Filmclubs „Filmstudio“, wo er 1968 seine erste von vielen Publikationen erstellte. 1972 war Tichy einer der Mitgründer des Frankfurter Kommunalen Kinos, das zum Vorbild für viele ähnliche Institutionen in der Bundesrepublik wurde, und aus dem später das Deutsche Filmmuseum hervorging. Diesem folgte Mitte der 70er Jahre das Internationale Kinderkino, das Tichy im Rahmen seiner Tätigkeit für das damalige Amerika Haus begründete, über dessen Tätigkeit er in mehreren Zeitungen und Zeitschriften berichtete.

Parallel dazu arbeitete Tichy als freier Journalist für die FRANKFURTER RUNDSCHAU, DIE ZEIT und andere führende Zeitschriften. Schon früh spezialisierte er sich auf den amerikanischen Film, insbesondere die amerikanische Stummfilmkomödie, denen viele seiner Bücher gewidmet waren, darunter Monographien über Charles Chaplin, Buster Keaton und Harold Lloyd. Höhepunkt seiner schriftstellerischen Tätigkeit war 1976/1977 die Arbeit an der von ihm herausgegebenen und in wesentlichen Teilen selbst verfassten deutschen Ausgabe des renommierten Oxford Companion to Film, die unter dem Titel Buchers Enzyklopädie des Films (rororo Filmlexikon) veröffentlicht wurde und lange als Standardwerk galt, bis das vielseitige und stets aktuelle Internet die Funktion solcher Werke übernahm.

Im gleichen Jahr begann er seine Tätigkeit im Lizenzhandel und Filmverleih, in deren Verlauf er Filme von Regisseuren wie Robin Spry, Yaky Yosha, den Brüdern Taviani, Jean-Luc Godard, Andreij Tarkowskij u.v.a. für die deutschsprachigen Länder importierte. 1984 gründete er gemeinsam mit dem Filmemacher Heinrich Tichawsky und der Vertriebsspezialistin Angelika Mohr die Topaz Classic GmbH, welche die damals noch neue Aufzeichnungstechnik des HiFi-Video zur Herausbringung von Opern und Konzertfilmen auf Video nutzte. Obwohl das Repertoire und die Präsentationen der Topaz damals als maßstäblich galten, wurde bald deutlich, dass das Unternehmen seiner Zeit aus ökonomischer Sicht zu weit voraus war. Tichy wechselte daraufhin zur Kirchgruppe, wo er den Einkauf von Hunderten von Filmen koordinierte.

1989 gründete er zusammen mit Christian Meinke und dessen endfilm – Verleih die TiMe Medienvertriebs GmbH, die er ein Jahr später ganz übernahm. Während der 1990er Jahre war die TiMe einer der führenden deutschen Programmkinoverleihe. Zu dessen größten Erfolgen gehörten Klassiker des internationalen Kinos wie The Wizard of Oz, Peter Weirs Picknick am Valentinstag, Jacques Doillons Der kleine Gangster, Atom Egoyans Exotica und zuletzt Sofia Coppolas The Virgin Suicides. Daneben wurde die TiMe zur idealen Startrampe für Publikumsfavoriten des neueren deutschen Films wie Katja von Garniers Abgeschminkt, der eine Welle deutscher romantischer Komödien auslöste, Peter Sehrs Kaspar Hauser, für deren Herausbringung Tichy 1994 mit den Verleiherpreisen des BMI und der Gilde deutscher Filmkunsttheater ausgezeichnet wurde, sowie die Eigenproduktion Nur über meine Leiche von Rainer Matsutani.

Nach mehreren früheren Auftragsfilmen und Koproduktionen, bei denen er entweder als Autor, Regisseur oder Koproduzent fungiert hatte, konzentrierte sich Tichy ab 1992 zunehmend auf die Produktion. Für die Herstellung der zahlreichen Spezialeffekte der TV-Serie Lexx rief er 1997 die renommierte Effectory Filmeffekte GmbH als eine Tochter der TiMe Filmproduktion ins Leben, welche fortan die Spezialeffekte zahlreicher internationaler Produktionen, darunter natürlich seine eigenen, herstellte. 1998 gründete er dann die Vif International Films als Komplementärin von vier Filmfonds, die in den drei folgenden Jahren 13 Spielfilme und Fernsehserien produzierte (s.u.), während die TiMe Filmproduktion die Aufgabe der Serviceproduzentin übernahm. Infolge der Verwerfungen der Filmbranche durch den Zusammenbruch des Neuen Marktes nach der Jahrtausendwende musste die inzwischen zur Firmengruppe herangewachsene TiMe angesichts steigender Kosten bei drastisch verfallenden Einnahmen im Sommer 2002 Insolvenz anmelden.

Tichys Beschäftigung mit dem internationalen Film, die seine Biographie von Beginn an prägte, führte ihn früh zu der Überzeugung, dass die Filmproduktion in Deutschland eine große Chance versäumt, wenn sie nicht offener für den internationalen Markt wird und mehr und besser mit ihm zusammen arbeitet. Aus diesem Grunde engagierte er sich auch auf vielen Ebenen für die Förderung offizieller internationaler Koproduktionen, was 1998 zu dem in Potsdam abgeschlossenen ersten offiziellen Kooperationsabkommen zwischen zwei regionalen Förderinstitutionen, Berlin-Brandenburg und Nova Scotia, führte und in seiner Mitwirkung an der 1998 in Halifax paraphierten Renovierung des deutsch-kanadischen Koproduktionsabkommens gipfelte.

Ihren nachhaltigsten Niederschlag findet sein internationales Engagement jedoch in Tichys eigenen Produktionen, mit denen er nicht nur deutschen Regisseuren wie Rainer Matsutani, Robert Sigl und Peter Sehr und Darstellern wie Julia Brendler, Doreen Jacobi, Bernd Michael Lade, Heino Ferch, August Diehl oder Daniel Brühl, meist erstmals, im englischsprachigen Ausland bekannt machte, sondern auch Weltstars wie Genevieve Bujold, Kirsten Dunst, Ornella Muti und Bob Hoskins oder in Deutschland fast unbekannte Filmkünstler für seine deutschen Koproduktionen engagierte, die bald darauf mit einem Oscar ausgezeichnet wurden, wie Michael Moore oder Adrien Brody.

Als sich wegen des totalen Zusammenbruchs privater Filmfinanzierung weitere internationale Filmprojekte als nicht mehr realisierbar erwiesen, zog sich Tichy weitgehend aus dem Filmgeschäft zurück um sich wieder als freier Autor zu betätigen.
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Alt 23.05.09, 15:59   #2 (permalink)
Holger Grintz
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Beiträge: 2.356
Filmographie Wolfram Tichy

Die nachfolgende Filmographie umfasst alle Filme, die Tichy als Produzent und/ oder Autor betreute oder herstellte.



1

Bowling for Columbine (Dokumentarfilm)

Deutschland / Kanada 2002 Regie: Michael Moore




2
Love the Hard Way (Kinofilm)

Deutschland 2002 Regie: Peter Sehr
mit Adrien Brody, Charlotte Ayanna, Pam Grier



3
Myth Quest (TV - Serie) Regie: Paul Schneider u.a.
Deutschland / Kanada 2002
mit Meredith Henderson, Christopher Jacot, Wendy Anderson



4
Ozzie (Kinofilm)
Deutschland / Neuseeland 2003 Regie: Bill Tannen
mit Spencer Breslin, Joan Collins, Ralph Moeller



5
The Vector File (Kinofilm)
Deutschland / Neuseeland 2002 Regie: Eliot Christopher
mit Casper Van Dien, Catherine Oxenberg



6
Where Eskimos Live (Kinofilm)
Deutschland / Polen / USA 2002 Regie: Tomasz Wiszniewski
mit Bob Hoskins, Sergiusz Szymelka



7
Cartouche – Prince des faubourgs (TV – Animationsserie)
Frankreich / Deutschland 2001
Regie: Xavier Giacometti u. Eric-Paul Marais



8
Eisenstein (Kinofilm)
Kanada / Deutschland 2000 Regie: Renny Bartlett
mit Simon McBurney, Raymond Coulthard, Jacqueline McKenzie



9
The Bookfair Murders (Fernsehfilm)
Kanada / Deutschland 2000 Regie: Wolfgang Panzer
mit Samantha Bond, Bernd Michael Lade, Geneviève Bujold



10
Deeply (Kinofilm)
Deutschland / Kanada 2000 Regie: Sheri Elwood
mit Kirsten Dunst, Julia Brendler, Lynn Redgrave



11
The Unscarred (Kinofilm)
Deutschland 2000 Regie: Buddy Giovinazzo
mit Ornella Muti, James Russo, Heino Ferch



12
Kids World (Kinofilm)
Deutschland / Neuseeland 2000 Regie: Dale G. Bradley
mit Christopher Lloyd, Blake Foster, Michael Purvis



13
De Ball / Le ballon sorcier (Kinofilm)
Belgien / Deutschland / Niederlande 1999 Regie: Danny Deprez
mit Martje Ceulemans, Ernst Löw, Jonas de Ro



14
The Divine Ryans (Kinofilm)
Kanada / Deutschland 1999 Regie: Steve Reynolds
mit Jordan Harvey, Robert Joy, Pete Postlethwaite



15
Der Strand von Trouville (Kinofilm)
Kanada / Deutschland 1999 Regie: Michael Hofmann
mit Boris Aljinovic, Antje Westermann, Lars Rudolph



16
Lexx 1 – 3 (TV – Serie)
Kanada / Deutschland 1997 - 2002 Regie: Paul Donovan u.a.
mit Eva Habermann, Michael McManus, Brian Downey



17
Better Than Chocolate (Kinofilm)
Kanada / Deutschland 1999 Regie: Anne Wheeler
mit Karen Dwyer, Christina Cox, Anne Marie McDonald



18
The Five Senses (Kinofilm)
Kanada 1999 Regie: Jeremy Podeswa
mit Molly Parker, Marie-Louise Parker, Philippe Volter



19
Obsession (Kinofilm) Regie: Peter Sehr
Deutschland 1997
mit Heike Makatsch, Daniel Craig, Charles Berling



20
Hard Core Logo (Kinofilm)
Kanada 1996 Regie: Bruce McDonald
mit Hugh Dillon, Callum Keith Rennie, Bernie Coulson



21
Nur über meine Leiche (Kinofilm)
Deutschland 1995 Regie: Rainer Matsutani
mit Christoph Ohrt, Katja Riemann, Ulrike Folkerts



22
When Night is Falling (Kinofilm)
Kanada 1995 Regie: Patricia Rozema
mit Pascale Bussières, Rachel Crawford, Henry Czerny




23
Eclipse (Kinofilm) Regie: Jeremy Podeswa
Kanada / Deutschland 1995
mit Von Flores, Matthew Ferguson, Earl Pastko



24
Don’t Get Me Started (Kinofilm)
England / Deutschland 1994 Regie: Arthur Ellis
mit Trevor Eve, Marion Bailey, Stephen Waddington



25
O fio do horizonte (Kinofilm)
Portugal / Spanien / Deutschland 1993 Regie: Fernando Lopes
mit Claude Brasseur, Andréa Ferréol, Ana Padrao



26
Harold Lloyd – Der komische Musterknabe (ZDF – Dokumentation)
Deutschland 1979 Regie u. Autor: Wolfram Tichy
mit Hal Roach, Gordon Parry, Walter Kerr



27
Striptease in Paris (TV – Dokumentation)
Belgien / Deutschland 1982 Regie: Richard Olivier


28
Die Minikins (TV – Serie)
Kanada / Deutschland 1982 Regie: Michael Berry Co-Autor: Wolfram Tichy

mit Cathryn Balk, Fiona Brodie, Ty Haller
__________________
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