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Dirigenten zu Bruckner und Bruckners Werk von Abbado bis Zender, was fällt den Maestros zum Thema Bruckner ein?

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Alt 26.03.08, 14:28   #1 (permalink)
Wolfgang
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Maazel, Lorin

Im Geleitwort zu dem Werk "Die Symphonien Anton Bruckners" - hrsg. von Renate Ulm (dtv 30702) - schreibt Lorin Maazel (S. 14):
"Für mich hat die Musik Anton Bruckners eine Qualität, die sie von den Werken der meisten anderen Komponisten absetzt, ja darüber erhebt: Majestät. Diese würdige Erhabenheit, diese empfindsame Tiefe finden wir sonst nirgendwo. Heutzutage verspüren wir ein Bedürfnis nach der klaren Reinheit, der geistvollen Einfalt der Brucknerschen Musik; deshalb schätzen wir sie heute mehr denn je. Ich wünsche dem Publikum das Glück inspirierter Aufführungen, denn die Welt, die in Bruckners Musik entsteht, können wir alle in uns finden, wenn wir sie nur suchen."

Gruß Wolfgang
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"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, dann werfen auch Zwerge lange Schatten." (Karl Kraus)
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Alt 28.03.08, 09:49   #2 (permalink)
Wolfgang
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Ort: Im Emsland
Beiträge: 945
Nochmals Maazel (im gleichen Werk auf S. 12):
"Anton Bruckner schuf eine Welt mit einer eigenen Topographie, eigenen Naturgesetzen und einer spezifischen philosophischen Dimension. Der Raum hat dort eine andere Funktion. Eine Unterbrechung des musikalischen Flusses - anstelle einer Überleitung zur nächsten Episode - ist in Wirklichkeit keine Unterbrechung, sondern ein Moment der Stille, in dem wir uns vergegenwärtigen, was war, und darüber nachsinnen, wie es weitergehen mag. Die Pause selbst ist die Überleitung, nicht im kompositorischen, wohl aber in einem metaphysischen Sinne; wie eine Brücke dient sie dem Hörer. Der Interpret darf diesen Raum nicht durcheilen, sondern muß ihm ein angemessenes Gewicht geben, im Hörer das Gefühl der Kontinuität erzeugen. In Bruckners Landschaft finden wir gewaltige Gebirgsmassive und dunkle Täler, durch welche heiter idyllische, aber auch mächtige und ehrfurchtsvolle Klänge ziehen. Seine Musik ist trotz ihrer Bindung an die klassische Sonatenform viel weniger zielgerichtet als die der meisten anderen Symphoniker, da die Zeit in Bruckners Welt die Künstlichkeit einer physikalischen Maßeinheit zu verlieren scheint. Sie wird zur zeitlosen Zeit."

Gruß Wolfgang
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