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| Allgemeine Musikthemen hier können Themen allgemeiner Natur zum Bereich Musik erstellt und diskutiert werden, Spezialthemen, die sich nur auf bestimmte Epochen, Genres oder Interpreten beziehen, bitte weiter unten einstellen. |
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#1 |
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Co-Admin
Join Date: 21.12.2006
Location: Köln
Posts: 1,329
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Einstieg in die Moderne - wie?
Liebes Forum,
Ihr habt es mit Sicherheit schon bemerkt, hier im oberen Bereich des "Dritten Ohrs" hat sich an der Struktur ein wenig verändert und es sind ein paar Unterforen hinzugekommen. Um es gleich vorweg zu sagen: Dieses Forum ist ins Leben gerufen worden mit dem Thema "Anton Bruckner", und hieran soll und wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Ich habe diese Nebenbereiche aufgemacht (und sie sind hierarchisch ja auch auf der zweiten Ebene angesiedelt), weil viele eMails bei mir landen von Leuten, die sich hier sehr gerne anmelden würden, um Bruckner kennenzulerenen, aber sich nicht trauen, weil der Eindruck entsteht (schon rein optisch) daß sich hier ausschliesslich Bruckner-Fachleute versammeln. Das ist definitiv nicht so! Nun zum eigentlichen Thema: Ich würde mich schon als "Bruckner-Fan" bezeichnen, seine Symphonien kenne ich mittlerweile auch ganz gut (mit einigen Abstrichen bei den frühen Werken). Alles was nach Bruckner kam (mit Ausnahme vielleicht von Mahler) kenne ich so gut wie gar nicht. Ich bin aber schon der Meinung, daß man sich auch als Brucknerianer ruhig einmal andere Komponisten anhören darf. Vielleicht auch deshalb, um Bruckners Modernität noch besser beurteilen zu können, oder eben nicht. Welche Werke/Komponisten/Einspielungen könnt Ihr dem Moderne-Einsteiger empfehelen, ohne daß es gleich zu dolle in den Ohren schmerzt? |
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#2 | |
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Antoneum-Träumer
Join Date: 02.10.2007
Location: bei Linz
Posts: 127
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Moderne
Quote:
den Begriff "Moderne" läßt sich natürlich weit ausdehnen. Wenn die Klassik bei Dir mit Mahler aufhört, würde ich fürs erste 3 Namen nennen: Ravel (mit Bolero,Daphnis & Cloe I+II, Alborado del Gracioso, G-Dur Klavierkonzert), Strawinsky (Feuervogel, Sacre du Printemps (als Rattle-DVD "Rhytm´is it")), Bartok (3.Klavierkonzert). ff (viel vergnügen!!) Albert
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"Ein für alle Male ists Orpheus, wenn es singt" (Rilke) |
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#3 |
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Co-Admin
Join Date: 21.12.2006
Location: Köln
Posts: 1,329
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Hallo Albert,
mit Ausnahme des Klavierkonzerts von Bartok kenne ich die von Dir angesprochenen Werke; ich hätte die allerdings nicht als "modern" eingeordnet (obwohl sie es wahrscheinlich sind), weil das zumindest sprachlich doch zum "klassischen Repertoire" gehört? Ich dachte jetzt eher an schwierigere Kost wie Takemitsu, Cage, Schnittke oder Glass. Wobei da ja innerhalb der "Moderne" schon wieder selbständige Stilrichtungen ausgeprägt sind (Minimalmusik, elektronische Musik etc.). |
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#4 |
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Antoneum-Träumer
Join Date: 02.10.2007
Location: bei Linz
Posts: 127
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Hallo Holger !
Ich merke, Mißtrauen gegenüber Äußerungen musikalischer Naivität ist angebracht. Hast Du mich also drangekriegt. Zur Neuen Musik kann ich – nach einigen Anläufen – außer dem folgenden Zitat, mit dem ich voll übereinstimme, nichts beitragen: „Die authentische Neue Musik existiert vor allem als eine Expertenpraxis, in der es kaum um ein Singen und Spielen im Sinne der traditionellen naiven Musikalität geht, sondern um die Exploitation der Klangproduktionsmittel und der kompositorischen Verfahren. Sie ist diejenige Praxis, die den Ort der Komposition oder der ersten Hervorbringung am stärksten akzentuiert. Die musikalische Libido ist in den Abenteuern der Partitur oder im Reiz der neuen Erzeugungstechniken gebunden – ihre Ausstrahlung an den Ort der Aufführung und des Zuhörens bleibt in der Regel schwach. Dafür spricht auch, daß für die Neue Musik das Kriterium des unmittelbaren Gefallens so gut wie ganz außer Kraft gesetzt ist. An seine Stelle treten technische Anerkennung und Würdigung des Metiers – vage Niveaugefiihle und indirekter Applaus. Dadurch hat sich die Neue Musik von öffentlichen Hörerfolgen weitgehend abgekoppelt und sich in einsame Steigerungen zurückgezogen. Während für moderne Maler, Bildhauer und Schriftsteller Kafkas Parabel vom Hungerkünstler seit ein, zwei Generationen nicht mehr zutreffend ist, wird sie für die Komponisten der Moderne ihre Bedeutung bis auf weiteres bewahren.“ aus P.Sloterdijk: „Der ästhetische Imperativ“ p.60 Kapitel „Wo sind wir, wenn wir Musik hören ?“ Gruß Albert
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"Ein für alle Male ists Orpheus, wenn es singt" (Rilke) Last edited by Albert : 24.10.07 at 10:50. |
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#5 | |
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Tuttischwein
Join Date: 23.06.2007
Location: Cambridge, UK
Posts: 25
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Quote:
Ich bin alles andere als ein Experte auf diesem Gebiet, aber auch ich versuche gerade einen Zugang zu der von dir angesprochenen "modernen" Musik zu finden. Nachdem ich mir Konzerte (Minimalmusic etc.) mit renommierte Orchestern angehört habe und trotzdem noch nicht so ganz "eingestiegen" bin, ahbe ich jetzt eine neue Taktik entwickelt. Ich konzentriere mich zur Zeit auf zeitgenössische Kompositionen von Komponisten hier in der Gegend wo ich lebe. Menschen, die man noch treffen kann, die aus einer ähnlichen "Perspektive" schreiben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in "kleineren" Aufführungsrahmen die Einführung in die Musik (Erklärungen, Interpretationsansätze etc.) oft auch ausführlicher und vor allem für Laien verständlicher sind. Meine Empfehlung also: Schau die Aufführungen von lokalen Ensembles an, oftmals bieten die auch nach dem Konzert noch an mögliche Fragen etc. zu beantworten. ![]() Mfg Nienna
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“Where is wisdom we have lost in knowledge? Where is the knowledge we have lost in information?” |
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#6 |
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Mitglied
Join Date: 20.03.2007
Posts: 72
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Hallo Holger, liebe Brucknerfreunde,
einen ganz guten Einstieg stellt - wie ich finde - John Adams' "Harmonielehre" (von 1985) dar. Es ist kein minimalistisches Werk und es geht ordentlich zur Sache, was schon der prägnante Anfang klar macht. Ich höre mir das Werk jedenfalls von Zeit zu Zeit an, aber ich muss gestehen, dass ich bei diesem Einstieg steckengeblieben bin, da es für mich noch immer so viel Neues im Bereich der (Spät-)Romatik zu entdecken gibt - und diese Musik gefällt mir, jedenfalls bis jetzt, einfach noch wesentlich besser. Gruß Mathias
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"Daß es Bruckner gegeben hat, ist für mich das größte Geschenk Gottes." - Celi Last edited by Schneider-Huetter : 16.11.07 at 15:04. |
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#7 |
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Super-Moderator
Join Date: 22.12.2006
Location: Im Emsland
Posts: 1,066
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Leider habe ich eine recht traurige Nachricht, die in diesen Thread passt:
Heute ist in Köln im Alter von 79 Jahren Karlheinz Stockhausen gestorben. Er hat sich ja besonders um die Moderne Musik verdient gemacht. Gruß Wolfgang
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"Auf der Welt ist alles natürlich, ausgenommen die Welt selber." (Jean Paul) |
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#8 |
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Co-Admin
Join Date: 21.12.2006
Location: Köln
Posts: 1,329
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Ich habe es auch gerade gelesen, und unser RSS-Scout hat es auch schon eingestellt.
Ich habe hier eine CD die heisst "unsichtbare Chöre", werde ich gleich mal einlegen, habe ich bisher noch nicht gehört..... |
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#9 |
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Stammgast
Join Date: 03.12.2007
Location: Luxemburg-Stadt
Posts: 46
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Guten Morgen,
Mein Herz stockte, als ich gestern am späten Abend die Nachricht von seinem Tode in den Tagesthemen erfuhr.... Gerade auch, weil seit einigen Tagen, die Stockholmer (noch eine Stockholmer Fassung ... ) Neuinterpretation von "Stimmung" (siehe unten), regelmässig in meinem CD-Player rotiert.... .Hier ("Stockhausen Multimedia (Audio/Video)") findet Ihr zig Beispiele aus Stockhausen's Werk. Dem an moderner Vokalmusik Interessierten, möchte ich folgende, gerade erst erschienene Neuinterpretation (Stimmung) von Paul Hillier, als Einstieg wärmstens empfehlen (auch der CD-Einführungstext ist vorbildlich): Amazon.de: Stimmung: Musik: Theatre of Voices,P. Hillier,Karlheinz Stockhausen "Mantra" ("das erste Werk Stockhausens in einer Kompositionsweise, der er seit Mitte der siebziger Jahre ausschließlich folgt: Die ganze Struktur wird aus einem einzigen melodisch-rhythmisch-klanglichen Komplex abgeleitet, eben dem "Mantra". Stockhausen selbst bezeichnet diese Methode als "Formel-Komposition"), wovon es neben der Version aus dem Stockhausen-Verlag noch einige andere Interpretationen gibt (u.A. WERGO), - 2 ringmodulierte Pianos - eignen sich gut um sich an Stockhausens Kompositionstechnik heranzutasten... Ausserdem passt es hervorragend in die Vorweihnachtszeit. Was jetzt Holger Grintz's Anfangsfrage betreffend "geeigneter Werke für Neulinge" betrifft, so möchte ich abschliessend auf 2 Komponisten aufmerksam machen : 1) Einojuhani Rautavaara : Seine Dritte (kann man auf "Naxos.com" integral hören) wird jeden Bruckner-Liebhaber aufhorchen lassen.... Aber auch sein Engel-Zyklus (u.A. 7. Symphonie "Angel of Lights), aber auch das 2. und 3. Klavierkonzert, entführen uns in interessante Klangwelten.... (Zitat aus dem Naxos-Booklet : "the Third is a sort of synthesis of the romanticism of the First and the modernism of the Second. The listener will not necessarily be aware that the music is in fact dodecaphonic, since the technique is not used here to generate full chromaticism or atonality. The twelve tones of the tempered chromatic scale are merely the 'vocabulary' of twentieth century music, and the 'syntax' one uses to construct the actual music is the main question. The intervals of the Third Symphony are derived from a twelve-tone row. The music, however, is freely constructed and emphatically tonal. The musical pulse of the fourth movement progresses in solemn, almost Brucknerian arcs, as if echoing the rhythm of the earth and sea.") 2) Krzysztof Penderecki : Er begann als "postserieller" Komponist (siehe : seine "bahnbrechende" Lukas-Passion; es gibt mindestens 3 Einspielungen auf CD; auch von Naxos), entwickelte sich aber später zum "spätmodernen postromantischen Klassiker" (was immer das auch bedeuten soll ) weiter. Seine "7. Sinfonie - Die sieben Tore von Jerusalem", sowie das 2. Cello-Konzert könnten für einige Forumsteilnehmer interessant sein... . Penderecki erwähnt Bruckner regelmässig als Inspiration in Interviews. Er dirigiert auch regelmässig Brucknersymphonien.Viel Vergnügen beim Erforschen und Kennenlernen. Patrick Leclerc. Last edited by Fuff : 08.12.07 at 10:05. Reason: Korrektur! |
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#10 |
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Stammgast
Join Date: 25.09.2007
Posts: 98
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Auf Rautavaara (insbesondere die Dritte) hatte ich im "Bruckner-Nachfolger"-Thread einmal hingewiesen - da finden sich auch noch eine gane Reihe anderer Namen von Komponisten, deren Lebenszeit dem 20. Jahrhundert zuzurechnen ist und deren Schaffen Brucknersche Qualitäten aufweist.
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Hier könnte meine Signatur stehen ... |
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| Furtwängler und die Moderne | Wolfgang | Allgemeine Musikthemen | 1 | 26.12.07 00:19 |