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Brucknertage St. Florian Informationen zu den jährlich stattfindenden Brucknertagen in St. Florian

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Alt 16.08.07, 08:52   #1 (permalink)
Holger Grintz
Webmeister
 
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Registriert seit: 21.12.2006
Ort: Köln
Beiträge: 2.362
Musik Marthé Bruckner 5. Sinfonie St. Florian

Liebes Forum,

ich mache schon einmal den Thread für die Besprechung der morgigen Aufführung in der Stiftsbasilika in St. Florian auf.
Selbstverständlich können in diesem Thread auch die Aufführungen von Brixen und Schwaz "kritisiert" werden.
Da ich weiss, daß viele "Forianer" morgen in St. Florian dabei sein werden, hoffe ich, daß es hier viel feedback zu den Konzerten geben wird.

Falls sich zufälligerweise Gäste hierher verirren sollten, die auch etwas zu der Darbeitung schreiben möchten, NUR ZU! Die Registrierung hier ist denkbar einfach.

Ich selber freue mich auf das Konzert, und werde, wenn nichts schiefgeht, morgen Abend ebenfalls dabei sein, und dann wahrscheinlich am Montag meinen Bericht abliefern.
Besonders gespannt bin ich natürlich auch auf Hermann Nitsch an der Orgel
__________________
Wer hohe Türme bauen möchte, muss lange beim Fundament verweilen...
Holger Grintz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.08.07, 13:13   #2 (permalink)
uhlmann
Kreativ-Admin
 
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Registriert seit: 22.12.2006
Ort: Linz
Beiträge: 74
ein richtig geiles konzert war das, diese fünfte.

nach seiner neunten, die mir nicht so sonderlich imponiert hatte, war ich von haus aus eher skeptisch. doch wie war ich von dieser aufführung überrascht. eine große leistung war das, sowohl vom orchester als auch vom dirigenten.

selten zuvor habe ich in einem konzert ein so engagiertes orchester gehört. die haben hier wirklich für ihr leben gespielt, das war eine ganz große leistung für ein jugendorchester. leider hört man, dass dies das oder zumindest eines der letzten konzerte sein könnte. das orchester soll aufgelöst werden, was angesichts dieser leistung und der hörbaren spielfreude sehr schade wäre.

marthés interpretation war naturgemäß eher auf der langsamen seite. jedoch wirkte das tempo im gegensatz zu seiner neutnen nie gedehnt oder gar schleppend. sowohl gelangen die kleinen strukturen als auch die für bruckner notwendigen großen bögen. eine interpretation wie aus einem guss war das, ganz grandios. bei vielen phrasen hatte ich das gefühl, das völlig neu zu hören.

natürlich musste marthé auch mit einigen "einlagen" aufwarten, das ganze soll ja reloaded sein. manches davon hätte er sich sparen können. der gesamten wirkung der aufführung tat das jedoch keinen abbruch. ich bin schon auf die cd gespannt.

greetings, uhlmann

p.s.:
danke an holger für das shirt, leider passt meine wampe nicht ganz hinein
danke an wolfgang für die übernahme der zeche beim wirten. ich hoffe ihr seid gut nach hause gekommen.
uhlmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.08.07, 18:30   #3 (permalink)
Wolfgang
Super-Moderator
 
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Registriert seit: 22.12.2006
Ort: Im Emsland
Beiträge: 945
Ja, ich kann uhlmann aus vollem Herzen zustimmen: Es war ein wunderbares Konzert. Ich habe die Fünfte inzwischen mehr als 50 x live erlebt - diese Aufführung war für mich ein absolutes Highlight. Wie uhlmann schon sagte: Dirigent und Orchester spielten, als ginge es um ihr Leben. Ich war schon während des Hörens ganz traurig, weil ich ja mitbekommen habe, dass es dieses Orchester wohl nicht mehr geben wird: Ich habe mit ihm in den letzten Jahren in St. Florian unvergessliche Hörerlebnisse gehabt. Den Aufführenden gilt mein ganz besonderer Dank für diese Fünfte! Schon die Probe, die ich miterleben durfte, zeigte in aller Deutlichkeit, mit welcher Hingabe und mit welchem Enthusiasmus hier zu Werke gegangen wurde. Bruckner hat sicherlich seine helle Freude gehabt!! Wie schade, dass er zu seinen Lebzeiten diese unglaubliche Symphonie nie im Konzertsaal hören konnte. Ich hatte übrigens einen tollen Platz ganz vorn in der Stiftsbasilika und war überrascht, wie wenig Hall dort zu vernehmen war. Dass Triangel und Becken eingesetzt wurden, war für mich durchaus nachvollziehbar, wenn die Brucknerpuristen auch wieder gewaltig heulen werden...
Es war auch ganz schön, mal einige Forumsmitglieder dort am Zentrum der Brucknerwelt kennenzulernen. Es war mir ein Vergnügen, nach der Aufführung noch ein bisschen zu diskutieren und dabei etwas gegen den Durst tun zu können.
Am Tage zuvor bin ich zusammen mit meiner Frau den Symphonie-Wanderweg von St. Florian nach Ansfelden gelaufen - sehr empfehlenswert! Man tut etwas für Leib und Seele!
Auch von mir noch ein Dankeschön an Holger für das Shirt mit der gelungenen Karikatur: Es passt mir tatsächlich: Ich werde es bei passender Gelegenheit zur Schau stellen.
Dass es im nächsten Jahr anlässlich der Brucknertage 2008 in St.Florian keine Symphonie geben wird, das macht mich einigermaßen traurig....

Viele Grüße
Wolfgang
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"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, dann werfen auch Zwerge lange Schatten." (Karl Kraus)
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Alt 20.08.07, 15:37   #4 (permalink)
Holger Grintz
Webmeister
 
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Registriert seit: 21.12.2006
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Beiträge: 2.362
Ich habe keine Ahnung, wo Herr Wruss von den OÖ-Nachrichten gesessen hat, daß er die dynamischen Relationen der Darbietung so schlecht wiedergegeben hat. Oder aber sein Ohr ist so empfindlich, daß er nach den mächtigen Orgelklängen einfach nicht mehr zwischen laut und leise differenzieren konnte.
Ebenfalls bin ich mir nicht sicher, ob man es sich als mündiges Publikum gefallen lassen muss, von Vertretern der oberösterreichischen Presse für dumm verkauft zu werden: Wer gejubelt hat, hat keine Ahnung!

Aber Schluß damit, ich möchte diesen Beitrag nicht Herrn Wruss widmen. Seine Rezension ist es nicht wert, hier auch noch breitgetreten zu werden, es reicht schon, daß es von der Portalseite aus einen Link zu diesem Artikel gibt, mit dem Herr Wruss meiner Meinung nach einen ordentlichen Griff ins Klo getan hat.
Ich halte es da mit Mao... Unrat vorbeischwimmen lassen.

Für mich persönlich war dieses Konzert ein absoluter Höhepunkt. Selten zuvor, nicht einmal auf technisch hochgradig manipulierten CD-Einspielungen, habe ich so viele Details heraushören können. Zu keiner Zeit über die gesamte Dauer der Sinfonie hatte ich das Gefühl, daß etwas nicht stimmt. Das Werk kam in seiner Gesamtheit absolut schlüssig bei mir an, ich habe die Fünfte, mit der ich schon reichlich kämpfen musste, noch nie so nah bei mir bzw. in mir gehabt, wie an diesem Abend.
Da mir die musikalischen Fachbegriffe fehlen, versuche ich auch gar nicht erst eine Analyse oder die Hervorhebung von bestimmten Stellen dieses Werkes, die ganz besonders gut gelungen sind. Es war einfach von der ersten bis zur letzen Note rund.

Die langen Pausen zwischen den Sätzen bei diesem Dirigenten, das kennen wir doch mittlerweile, das muss man doch nicht jedes Jahr aufs Neue kommentieren, oder? Denn wo bitte soll jemand, der die gesamte Partitur in seinem Kopf abgespeichert hat, und deshalb kein Dirigentenpult benötigt, in den Pausen seinen Stab ablegen, wenn er beide Hände benötigt?
Jemand, der wirklich auf Show aus ist, würde doch in den Satzpausen einen Konzertdiener mit einem silbernen Tablett antreten lassen, auf dem das edle Fiberglas mit der Korkkugel hinten dran ebenfalls neue Kraft schöpfen kann
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Holger Grintz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.08.07, 11:52   #5 (permalink)
Bubuka
hat sich schon eingelebt
 
Registriert seit: 17.08.2007
Beiträge: 17
Gibt es kein Geld mehr fürs Orchester? (Na ja, für Sch...-projekte wird es wohl welches geben.)
Bubuka ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 21.08.07, 11:54   #6 (permalink)
Holger Grintz
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Registriert seit: 21.12.2006
Ort: Köln
Beiträge: 2.362
Walter T hat im Tamino-Klassikforum wie ich finde einen schönen Bericht seiner Eindrücke geschrieben. Von dieser Stelle einen herzlichen Gruss zurück

Ich verlinke den Beitrag mal, davon lebt das Internet ja schliesslich:
Tamino Klassikforum | KLASSISCHE INSTRUMENTALAUFNAHMEN | Anton BRUCKNER: Sinfonie Nr 5

(hat gar nicht wehgetan )

PS: @Walter: Vielen Dank für das Foto, jetzt lüftet sich auch das Geheimnis um die ominösen Shirts, die hier schon mehrfach angesprochen wurden
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Holger Grintz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.08.07, 14:10   #7 (permalink)
Severin
registriertes Mitglied
 
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Beiträge: 4
Zitat:
Zitat von Holger Grintz Beitrag anzeigen
Ich habe keine Ahnung, wo Herr Wruss von den OÖ-Nachrichten gesessen hat, daß er die dynamischen Relationen der Darbietung so schlecht wiedergegeben hat.
Gibts dazu irgendeinen Link?
Gruß Severin
PS: Danke für den Avatar!
Severin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.08.07, 14:13   #8 (permalink)
Holger Grintz
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Registriert seit: 21.12.2006
Ort: Köln
Beiträge: 2.362
Ja, auf der Portalseite http://www.brucknerfreunde.at/
ungefähr auf der Mitte, da ist auch ein Bild von Hermann Nitsch, dann auf "weiterlesen". Ich wollte diesen unsäglichen Artikel jetzt ungern hier noch einmal direkt verlinken :-)
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Holger Grintz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.08.07, 18:46   #9 (permalink)
Holger Grintz
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Beiträge: 2.362
im Auftrag

dieser Text erreichte mich gerade per eMail

Zitat:
Bruckner-Tage St. Florian 2007
Beobachtungen eines Hörers.


Das Konzert am 17. August war der unumstrittene Höhepunkt der Brucknertage. Das im Vorfeld mit Spannung und ebenso mit Befürchtungen erwartete Konzert begann mit Hermann Nitschs „Aus dem Orgelwerk - Für Anton Bruckner“. Das waren aus den tiefsten Tiefen aufgeschichtete minutenlang dröhnende Klangformationen, die sich zunächst schleichend und dann immer tiefer wühlend und aggressiver werdend in den Eingeweiden der Hörer bemerkbar machten. Ich gehe davon aus, dass dies auch die Absicht des Autors war: Mit dem technisch höchst raffinierten Instrument, also der Orgel, die dumpfesten archaischsten Wesensteile im Hörer anzusprechen. Hörer, die Musik erwartet haben, sind hier einem Irrtum aufgesessen. Es war der unartikulierte pränatale Zustand der Musik. Also ein Klanggemenge, das dumpf in unbewussten Sphären eingeschlossen rumort ohne je die erlösende Aussicht zu haben, ins klare Bewusstsein zu gelangen.

Konnten die Hörer das Präludium Hermann Nitsch auf diese Art und Weise verstehen, so erlebten sie die darauffolgende 5. Symphonie in B-Dur von Anton Bruckner als eine Erlösung. In diesem Kontrast wurde auch Bruckners Meisterschaft noch deutlich erlebbar. Schon mit dem ersten Satz, in dem er am Anfang in die Abgründe absteigt berührt er genau jene Schichten in denen Hermann Nitschs Vorspiel unerlöst sich aufbäumte. Bruckner bricht diese Schichten auf, ordnet die ungerichteten Kräfte und verleiht ihnen mit seinem schöpferischen Genie Gestalt. Dass Bruckner souverän mit diesen Gewalten umgeht spürt selbst der Hörer, der sich mit dieser Musik kaum beschäftigt hat. Wer sich jedoch die Mühe gemacht hat, in die tieferen Schichten dieses monumentalen Werkes hineinzuhören, kann nur noch von der Größe dieser musikalischen Gedanken staunen: hier leben keinen rohen Kräfte mehr, hier hat ein schaffender Geist tönende Urbilder hingestellt und diesen bis hin zum letzen Ton im grandiosen Finale einen Sinn eingegeben, der nur darauf wartet erkannt, enträtselt zu werden.

Dass diese klingenden Urbilder der Brucknerschen Musik so deutlich vor das Ohr des Hörers getreten sind, ist das große Verdienst des Dirigenten Peter Jan Marthé. Mit souveräner Hand leitete er das Orchester, setzte klare Akzente, ließ die Themen mit ihrem Charakterbild deutlich hervortreten und entwickelte die Prozesse ohne Übereilung, so dass sie sich in ihrer Natürlichkeit entfalten konnten. Selbst die komplexe Kontrapunktik des Finales wurde transparent und verständlich. Wer dies verstanden hat, kann Peter Jan Marthé nur dankbar sein und überhört mit Wohlwollen manche Launen in der Instrumentierung.

Das Konzert als ganzes kann somit als ein gelungenes kontrapunktisches Werk betrachtet werden, in dem Hermann Nitschs Orgelcluster den archaischen Grund bildete über die sich Anton Bruckners Symphonie in B-Dur majestätisch erhoben hatte ohne seine eigenen archaischen Wurzeln zu verleugnen.

Hubert Pausinger
Internationale Musicosophia-Schule
Finkenherd 5-6
D-70271 St. Peter / Schwarzwald
Musicosophia Schule - St. Peter im Schwarzwald
musicosophia@musicosophia.de"
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Holger Grintz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.08.07, 20:01   #10 (permalink)
Haberkorn
Vorstadtkinopianist
 
Benutzerbild von Haberkorn
 
Registriert seit: 25.12.2006
Beiträge: 225
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 5 B-Dur

Guten Abend,
ich bin nach dem Konzert noch jetzt, 4 Tage danach, in der Realität kaum angekommen.
Mein Leben in Bezug auf die 5. Symphonie hat einen Schlussstrich erhalten: Die Darstellung dieser Klangkathedrale kann nun nicht mehr gesteigert werden. Ich gebe mich keiner Illusion mehr hin, eine erhabenere, gewaltigere und noch mehr zu Herzen gehende Aufführung dieser Symphonie zu erleben.

Finale:
Diese Pracht, dieses ständige Aufbauen der Kräfte und Spannungen zwischen Himmel und Erde, möchte ich sagen, diese ergreifenden Klangschönheiten im goldstrahlenden Blech, die dem Choral ein dramatisches Gepräge verleihenden Umspielungen und Verzierungen der Themen durch die restlichen Orchesterinstrumente, dieses sich von Minute zu Minute steigernde Glücksgefühl für den Hörer, - alles ergießt sich am Schluss in einen einzigen Lobgesang in B-Dur, der nur durch wuchtige Orchesterschläge seinen Abschluss findet.
Aber: Man möchte nicht, nein - niemals - ,dass es aufhört - und solch einem Abbruch wohnt stets eine elementar spürbare Traurigkeit bei. Denn so ist auch das "Leben": Irgendwann ist der Endpunkt erreicht.

Mein soeben geschilderter Eindruck soll reichen. Es würde den Rahmen hier sprengen, auf die Vorzüge und vor allem die außerordentlichen Schönheiten jedes vorhergehenden Satzes Bezug zu nehmen.

Allerdings sage ich Menschen wie Herrn Michael Wruss den Kampf an, die meinen könnten, wir bräuchten ihr vernichtendes Geschreibe, um uns umstimmen zu lassen, wir, als 'naive' Zuhörer hätten uns etwa täuschen lassen, und folgten nur der pathetischen Klanggebärde in ihren ordinärsten Auswüchsen. Herr W. hat da entschieden etwas verwechselt oder mag auch nur der Unsitte verfallen sein, sich in ganz naiver Weise als "Kritiker" behaupten zu müssen. Es ist ja durchaus "trendy", sich immer wieder auf einen absoluten Gegenstandpunkt zu stellen, um möglichst viel Gift zu verspritzen.
Solche Kritiker brauchen wir auch deswegen nicht, weil sie herzlos jeden einzelnen Musiker des Orchesters indirekt beleidigen. Diese begnadeten jungen Menschen brauchen keinen besänftigenden Routinier als Orchesterleiter, der ihnen mit einer glättenden und zurückgenommen Interpretation etwas vorgaukelt. In Herrn Marthé hatten sie genau die richtige Gestalt gefunden, der ihnen etwas gibt, was sie in ihrem ganzen Leben nie vergessen werden.
Und würde man sich tatsächlich mit Kritiken dieser Art beschäftigen, hätte sich seit Bruckners und Hanslicks Zeiten so gut wie nichts geändert: Damals wurde Bruckner für seine Kompositionen mit Schimpf und Schand übergossen, heute müssen, weil Bruckner längst gestorben ist, die Ausführenden seiner Meisterwerke herhalten. *** Ich rege mich total auf ***

MEIN Erlebnis dieser Aufführung der Fünften nehme ich mit ins Grab. Die Erinnerung daran wird nicht verblassen.
Böse Zungen der Kritik verhallen auf ewig mit dem Wind in weiter Ferne. Das Papier, auf dem solch Geschwafel gedruckt wird, vergilbt und zerfällt.

So, jetzt könnt Ihr mich aus dem Forum rauswerfen, weil ich so frech bin und war....

Tschüsserl,
Haberkorn
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