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Bruckner-Gedenkstätten hier entsteht ein geografischer Katalog mit Orten, an denen an Bruckner erinnert wird.

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Alt 28.06.07, 21:58   #1 (permalink)
JePe
Kulturhauptstädter
 
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Registriert seit: 16.06.2007
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Beiträge: 34
Alter Dom, Linz

Alter Dom (Ignatiuskirche, Linz)



wurde von 1669 bis 1678 nach Plänen der italienischen Architekten Pietro Carlone gebaut. Von 1785 bis 1909 war er die Bischofskirche der

Diözese Linz. Anfänglich war der Dom eine Jesuitenkirche. Die Grundsteinlegung erfolgte 1669 durch durch David Fuhrman. Nach einer Bauzeit von knapp unter 20 Jahren wurde das Gebäude 1678 Ignatius von Loyola geweiht.
1773 wurden der Jesuitenorden aufgehoben, die Kirche stand daraufhin leer. Kaiser Joseph II. zwang die Diözese Passau mit einem Vertrag vom 4. Juli 1784 zum Verzicht auf ihre Pfarren in Oberösterreich und gründete die Diözese Linz. Nach der Bestätigung per päpstlicher Bulle vom 28. Januar 1785 durch Papst Pius VI. wurde der Passauer Weihbischof Ernest Johann Nepomuk Graf Herberstein als erster Linzer Bischof eingesetzt.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war Linz so stark gewachsen, dass der Platz im Dom nicht mehr ausreichte. Bischof Rudigier ließ darauf hin einen neuen, größeren Dom errichten (den heutigen Neuen Dom).Nachdem Bischof Rudigier einen neuen Dom erbauen ließ, wurde 1909 die Ignatiuskirche wieder den Jesuiten zur Seelsorge anvertraut (nunmehr mit dem Beinamen "Alter Dom"). Damals wurde auch ein Ignatiusbild angefertigt (das einzige Bild in der Kirche, das den hl. Ignatius darstellt).


Innenraum

Hochaltar
Der Hochaltar - ein barockes Meissterwerk - ist erst in den Jahren 1681 - 1683 erbaut worden. Die Jesuiten beauftragten dafür zwei italienische Künstler, Giovanni Battista Colomba und Giovanni Battista Barberini, die sich wahrscheinlich vom Hochaltar im Stift St. Florian inspirieren ließen.
Das Hauptbild von Antonio Bellucci (ursprünglich im Nikolaikloster in Wien) stellt die Aufnahme Mariens in den Himmel dar. 1785 wurde es anstelle eines Bildes, das seither leider verschollen ist, aufgestellt. Dieses Bild hatte den Hl. Ignatius und eine Allegorie der vier Weltteile dargestellt, gemalt vermutlich von Andrea Celesti. Über dem Hauptbild erhebt sich das Bild von der Heiligsten Dreifaltigkeit; ein Hinweis auf die trinitarische Spiritualität des hl. Ignatius. 18 Engelsfiguren halten in einer Scheinarchitektur einen Vorhang zurück und geben so den Blick auf den Aufbau des Altares frei.


Das Chorgestühl
Das Chorgestühl aus dem Jahre 1633 stammt vom Benediktinerbruder Michael Obermüller und befand sich ursprünglich im Stift Garsten.


Dieses wurde jedoch 1787 aufgehoben. 1856 wurden die Chorstühle auf Initiative von Bischof Rudigier nach Linz transportiert. Das Schnitzwerk ist erstaunlich vielseitig und interessant komponiert.

Die Kanzel
Die Kanzel wurde - wie auch die Kirchenbänke und die seitlichen Beichtstühle - von unbekannten Jesuitenbrüdern geschnitzt. Besonders reich wurde der Deckel gestaltet. Die herrlich ausgeführte Kanzel weist darauf hin, dass das Predigen eine Hauptaufgabe der Jesuiten war und ist.


und besonders schön:
Die Orgel - die Brucknerorgel im Alten Dom


wahrscheinlich 1764 - 1766 erbaut von Franz Xaver Chrismann für die Stiftskirche Engelszell.
1790 - 1792 übertragen ebenfalls von Franz Xaver Chrismann in die damalige Domkirche.
1856 - 1867 schrittweise umgebaut von Josef Breinbauer nach Wünschen von Anton Bruckner.
1978 restauriert durch die Firma Rieger.

Anton Bruckner wird am 14.11.1855 Domorganist nach einem Probespiel, die Geschichte ist wohl bekannt unter Brucknerfreunden.
An der Außenfront befindet sich eine Gedenktafel "Anton Bruckner, Domorganist und Chormeister der Liedertafel Frohsinn"
Bruckner soll 1856 über den Zustand der Orgel einen Bericht verfassen, und seine als Reperaturen begonnen Maßnahmen werden zu einem in mehreren Etappen durchgeführten Umbau.


Die Orgel ist heute die einzige, die seit dem Wirken Bruckners an der Orgel unverändert und ein Klangdenkmal dieser Zeit.
Man hört also die Orgel so, wie sie auch Bruckner hörte (und wollte), wie er darauf sein Spiel zu erklingen brachte...

Der Spieltisch:


Pfeifenwerk:


Die Disposition:

Hauptwerk (I)
Pordun 16
Salicional 8
Coppel 8
Quint 6
Octav 4
Piccolo 4
Quint 3
Superoctav 2
Mixtur 7fach
cornett 4fach
Sperrventil


Mittelmanual (II)
Flauto 16
Principal 8
Coppel 8
Gamba 8
Vox humana 8
Echo 8
Octave 4
Flöte 4
Fagott 8 Bass C-h
Trombete 8 Discant c`-c``
Copula II-I
Sperrventil

Oberwerk (III)
Principal 8
coppel 8
Salicet 8
Spitzfloete 4
Quint 3
Superoctav 2
Mixtur 3fach
Coppula III-I
Sperrventil

Pedal
Principalbass 16+8
Subbass 16
Octavbass 8
Pedalmixtur 6fach - nur spielbar wenn Principalbass gezogen ist
Pombarton 16

Manual: CDEFGABHC (kurze Oktave)
Pedal: CDEFGABHC - GIS (kurze Oktave, 12 Töne repetierend)
Mechanische Schleifladen.

Es gibt am Spieltisch eine Inschrift "lebe wohl", geschrieben in Kurrentschrift, man nimmt an, dass Bruckner diese Worte auf den Tisch geschrieben / eingraviert hat.



Das aktuelle Konzertprogramm an der Orgel siehe hier:
Brucknerorgel Alter Dom, Linz
__________________
Grüße
Joachim
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Alt 03.11.07, 00:07   #2 (permalink)
Marcus Vorbrüggen
Gesperrt
 
Benutzerbild von Marcus Vorbrüggen
 
Registriert seit: 02.09.2007
Ort: Köln
Beiträge: 80
Soviel Heiligtum zu bewahren
wie gewusst werden sollte,
einem Schöpfer obliege diese Kunst,
aus der Menschen Willen solche Größe
zu erschaffen, muss dem Glauben
tiefrer Herzen geschaffen worden sein.

Denn im Glauben ruht die Schöpfung,
solche Werke zu bewahren
als sie Schöpfende der Kunst
daselbst für die Sinne waren.
__________________
Jeder Ton gewahre des Geistes Wirksamkeit im seelischen Empfinden durch Denken der Noten!
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