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| Anton Bruckner von Alpha bis Omega Spezialforum zu allen Themen, die den Namensgeber unseres Forums betreffen, Anton Bruckner, 1824-1896 |
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| | #1 (permalink) |
| Super-Moderator Registriert seit: 22.12.2006 Ort: Im Emsland
Beiträge: 949
| Wie in einem anderen Thread gewünscht, eröffne ich hiermit obiges Thema in der stillen Hoffnung, dass es etliche Erlebnisse zu berichten gibt. Ich fange mal an: Vor ziemlich genau 35 Jahren besaß ich eine erkleckliche Sammlung von LP's (die CD wartete noch auf ihre Erfindung) mit klassischer Musik - aber nichts von Bruckner. Mehr zufällig erwarb ich eine Kassette mit 3 LP's mit der Fünften und Siebten. Lovro von Matacic hieß der Dirigent mit dem Czech Philharmonic Orchestra (Label Supraphon). Als ich das Adagio der Siebten hörte, war es um mich geschehen. Seit dieser Zeit ist Bruckner für mich der Mittelpunkt meiner Beschäftigung mit Musik. Inzwischen gibt es die Aufnahme, die übrigens aus dem Jahre 1967 stammt, auch als CD. Ich liebe diese Aufnahme immer noch. Und ich höre sie immer noch auf meinem Plattenspieler, den ich schon allein aus diesem Grunde auf keinen Fall missen möchte. Es knackt zwar vereinzelt, aber was macht das schon... Und seitdem versuche ich auch, möglichst oft Bruckners Symphonien live im Konzert zu erleben. Viele Grüße Wolfgang
__________________ "Wenn die Sonne der Kultur tief steht, dann werfen auch Zwerge lange Schatten." (Karl Kraus) |
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| | #2 (permalink) |
| Vorstadtkinopianist Registriert seit: 25.12.2006
Beiträge: 226
| Hoffe auch sehr auf etliche Berichte hier! Hier mein Beitrag: An anderer Stelle hatte ich schon erwähnt, dass es bei mir die 2. Symphonie war, die für das Schlüsselerlebnis sorgte. Das ereignete sich wie folgt: Es war das Jahr 1970, bis Mitte des Jahres hatte ich seit Weihnachten 1969 etwa nur 5 Schallplatten gesammelt, dafür aber unendlich viel Musik im Radio gehört. Über Bruckner hatte ich gelesen, dass er Symphonien geschrieben hat, das war ein interessanter Aspekt, ich wartete also ab, es war auch keine Eile geboten, weil mein erstes Interesse Beethoven galt. Radio hörte ich damals mit einem ganz alten Röhrengerät, ein riesiger Holzkasten. Der wurde abends zur Schlafenszeit auf einem Tisch ans Bett herangezogen, dass man mit der rechten Hand bequem am Senderwahlknopf drehen konnte. Wenn ich mich daran zurück erinnere, war es damals das, was man heute „Surfen“ im Internet nennt. ![]() Das Zimmer war dunkel, die Röhren warfen ihr geheimnisvolles Licht in den Raum, eine beruhigende Stimmung. Dann, beim „Surfen“ hielt ich eines Abends einen Sender fest, es tönte eine Musik voller Geheimnisse an mein Ohr und ich war gebannt. Noch wusste ich nicht, was es war, da das Stück ja schon begonnen hatte. Von da an erlebte ich eine verbleibende Dreiviertelstunde, die ich bis heute nicht vergessen habe. Es wurde mir warm und kalt, ich konnte es nicht fassen, was ich da auf einmal an Wunderklängen vernahm, - es war so anders und soviel tausendmal schöner als das, was ich bisher kannte, gleichwohl nicht schmälern wollend, WAS ich bis dahin kannte… Es muss das Adagio gewesen sein, welches in mir dann die seltsamsten Bilder entstehen ließ, ich fühlte schon in den ersten Minuten dieser Begegnung, dass, wenn am Ende die Auflösung des Rätsels durch die Ansage erfolgte, eine unglaubliche Neugier auf „mehr“ entstehen würde. In die Stille der Nacht brach dann das Scherzo hinein und wieder war ich wie trunken vor innerlicher Begeisterung, als die Melodie des Trios erklang. Das war etwas Neues, erst der wuchtige Scherzoteil A, dann der Einsatz der zarten Trio-Melodie. Mein Wunsch war gleich, der Teil solle bitte nie aufhören… Es ging dann höchst interessant weiter und im Finale angekommen, begriff ich langsam, dass es sich um eine Symphonie handeln musste. Die Ansage zum Schluss konnte ich kaum abwarten. Da wurde dann das Geheimnis gelüftet: 2. Symphonie von Anton Bruckner, und zwar in der Sendereihe: Die Symphonien Anton Bruckners. Auch das noch! Sendetermin immer Samstagabend. Dann ging es so weiter, - was ja auch noch unter dem Titel „mein erstes Brucknererlebnis“ zählen darf: Den Termin der 3. Symphonie konnte ich wegen Terminschwierigkeit nicht wahrnehmen, da brach schon eine Art Frust aus. Dann aber kam der Samstag mit der 4. Symphonie. Ach Du meine Güte! Könnt Ihr Euch vorstellen, was in mir vorging, als das 1. Thema des 1. Satzes sich entfaltete? Soweit ich mich erinnere, war für die Sendung an jenem Abend die Vierte unter Otto Klemperer (Philharmonia Orchestra) gewählt worden. Die hat ja ein sehr prägnantes Scherzo und die Begeisterung steigerte sich somit noch weiter von Satz zu Satz. Ich will’s ab hier abkürzen. Es folgte ein weiterer Zaubersamstag mit der Fünften. Die Ländlermelodie des Scherzos habe ich dann monatelang als Ohrwurm nicht mehr abstellen können, sie erklang überall, ob in der Schule, im Wald oder beim Einschlafen. Die Sechste wurde aus unerklärlichen Gründen verpasst. Die Siebente wurde aber gerade in einem Gedenkkonzert zum 85. Geburtstag Otto Klemperers gespielt und beim erstmaligen Hören des Adagios dachte ich, dieses zu kennen. Aber woher!!! ? Dann gab es noch die aufregendste Samstagnacht mit der 8. Symphonie. – Das soll genügen, man verzeihe mir die Länge des Artikels. Damit war ein Stützpfeiler meines Lebens errichtet. Zwar beneide ich die, die diese großen Werke spielen und dirigieren dürfen, dennoch bin ich unendlich dankbar, dass die klassische Musik und speziell Bruckner nicht per Zufall an mir vorbeiging, was ebenso hätte geschehen können. Trotz ich sie nur als Konsument genießen darf, ist sie mir eine Quelle der Kraft geworden, ein Brunnen, der nie versiegt. Frdl. Gruß, Haberkorn |
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| | #3 (permalink) |
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Beiträge: n/a
| Liebe Brucknerfreunde, bei mir kam die Initialzündung auch aus dem Radio, irgendwann in den 1970ern, das Radio war ein Radio-Rekorder und gottlob steckte eine bespielbare Cassette drin. WDR 3 hatte zu der Zeit eine Sendedreihe, die sich "Von Bach bis Bartok" nannte. Und dort gab es Bruckners 6. mit Otto Klemperer. Ein Wahnsinnswerk. Nie zuvor hatte ich Bruckners Musik gehört, meine Helden waren Mozart, Beethoven und Ravel. Und dann kam das. Wenige Wochen später an einem Samstag, eine weitere meiner Leib-und Magensendungen: die Historische Aufnahme. Gewidmet dem mir damals völlig unbekannten Dirigenten Hans Knappertsbusch. Und die letzte Stunde galt der 7. Sinfonie in einem technisch sehr ordentlichen Mitschnitt aus 1949. Viel später konnte ich mir dann die Platte in Italien (dem Mekka aller auf Platte veröffentlichten Rundfunkaufmnahmen) besorgen. Seitdem ist Bruckner bei mir immer irgendwie präsent. Obwohl ich noch jede Menge Anderes höre. Liebe Grüße vom Thomas ![]() |
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| | #4 (permalink) |
| Webmeister Registriert seit: 21.12.2006 Ort: Köln
Beiträge: 2.362
| Meine Geschichte habe ich glaube ich schön öfters erzählt/geschrieben. Bis Anfang 2005 hatte ich eigentlich überhaupt keinen Kontakt zur klassischen Musik. Irgendwann im Februar habe ich mir aus unseren Firmenbeständen einen IPOD zugelegt, das ist so ein mobiler mp3-Spieler. Da ich aber bis zu diesem Zeitpunkt weder eine CD besaß, noch irgendeine Quelle für mp3-Dateien wusste, habe ich mir aus dem i-tunes Store das Erstbeste Album heruntergeladen, das ich gefunden habe. Beim Namen "Karajan" klingelte es bei mir, ich hatte als Kind ab und zu diesen Mann im Fernsehen gesehen, und konnte mich gut an eine Stern-Reportage erinnern, ich glaube es war sogar auf dem Titel (zumindest seine Segelyacht Helisara). So hatte ich meine erste Brucknersymphonie auf meinem IPOD, es war die 7., Karajans angeblich "letzte Aufnahme". Die Musik, die da zu hören bekam, hat mich vom ersten Moment an in den Bann gezogen, ich habe es immer und immer wieder gehört, und wollte nun alles über dieses "Stück" wissen. Nun...mittlerwiele sind 2 1/2 Jahre seitdem vergangen, meine CD-Sammlung ist auf gut 600 Einzel-CDs (90% Bruckner) angewachsen, zahlreiche Konzertbesuche folgten, und zwischenzeitlich betreibe ich auch ein Internetportal zum Thema Anton Bruckner ![]() Das ist meine Geschichte zur Initialzündung. |
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| | #5 (permalink) |
| Stammgast Registriert seit: 20.03.2007
Beiträge: 69
| Ich bin tatsächlich über das vielgescholtene Fernsehen zu Bruckner gekommen; hier die ganze Geschichte: An einem langweiligen Sonntagmorgen habe ich durchs Fernsehprogramm gezappt und bin bei einem Konzert im SWR hängengeblieben. Ähnliches hatte ich eigentlich nie zuvor gehört (außer ein bisschen Beethoven hatte ich bis dahin eigentlich gar keine Klassik gehört) und war sofort gefesselt von dieser "großen" Musik. Ein Blick in den Videotext hat mir dann verraten, dass es sich um die 9. Symphonie von Bruckner handelte (den Namen hatte ich noch nie gehört, Schande über mich ). Damit begann dann meine Klassik- und vor allem Brucknerleidenschaft. Gleich mal im Internet Bruckner-CDs geordert, kurz darauf kam in unserer Tageszeitung (Zufall?) eine Ankündigung, dass in Baden-Baden Bruckners 9. gegeben wird - also Karten besorgt und hingefahren. So habe ich beim ersten Symphoniekonzert gleich meine Lieblingssymphonie gehört, das nenne ich Glück ![]() Gruß Mathias
__________________ "Daß es Bruckner gegeben hat, ist für mich das größte Geschenk Gottes." - Celi |
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| | #6 (permalink) |
| Super-Moderator Registriert seit: 22.12.2006 Ort: Im Emsland
Beiträge: 949
| @mathias aber inzwischen wohl auch eine Zuneigung zu Hans Rott - wie ich dem Avatar eindeutig entnehmen kann... ![]() Dessen Symphonie Nr. 1 E-Dur mag ich auch sehr! Gruß Wolfgang
__________________ "Wenn die Sonne der Kultur tief steht, dann werfen auch Zwerge lange Schatten." (Karl Kraus) |
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| | #7 (permalink) | |
| Stammgast Registriert seit: 20.03.2007
Beiträge: 69
| Zitat:
![]() Ich hatte in einem anderen Forum einen Thread über Brucknerschüler eröffnet und Hans Rott wurde dort als einer der ersten genannt; also habe ich mir sogleich die CD bestellt und war sofort gefesselt. Die Geschichte von Hans Rott ist wohl eine der traurigsten und tragischsten der gesamten Musikgeschichte (siehe z.B.: Hans Rott - Wikipedia). Wenn ich mir diese Symphonie anhöre und mir vor Augen führe, dass sie vom Entwicklungsstadium mit Bruckners Studiensymphonie zu vergleichen ist, dann merkt man erst wirklich, was die Musikwelt an ihm verloren hat. Schon diese frühe Symphonie ist so voller Schönheit - einfach unglaublich! Eigentlich wird es auch mal Zeit für einen "Hans Rott"-Thread, ich finde als Brucknerschüler sollte er auch gut in ein Bruckner-Forum passen. Bei Gelegenheit werde ich wohl einen solchen Thread eröffnen... Viele Grüße Mathias
__________________ "Daß es Bruckner gegeben hat, ist für mich das größte Geschenk Gottes." - Celi Geändert von Schneider-Huetter (25.07.07 um 15:43 Uhr). | |
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| | #8 (permalink) | |
| Super-Moderator Registriert seit: 22.12.2006 Ort: Im Emsland
Beiträge: 949
| Zitat:
Ich kenne die Lebensgeschichte - die tragische - dieses so vielversprechenden Komponisten, dessen Möglichkeiten Bruckner erkannt hatte (Brahms wohl nicht!), so einigermaßen. Ich kaufe sämtliche Aufnahmen seiner 1. Symphonie - leider habe ich bisher nicht das Glück gehabt, dieses Werk original im Konzert zu hören. Gruß Wolfgang
__________________ "Wenn die Sonne der Kultur tief steht, dann werfen auch Zwerge lange Schatten." (Karl Kraus) | |
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| | #9 (permalink) |
| Webmeister Registriert seit: 21.12.2006 Ort: Köln
Beiträge: 2.362
| Ja, einen Hans Rott Thread würde ich auch sehr begrüssen! (der könnte je nach Aufbau oder Schwerpunkt oben im "Allgemeine" stehen, so wie dr Magnard-Thread. Aber nicht, daß das wieder so ein Desaster wie mit dem Synästhesie-Thread oder de Asahina-Thread wird ![]() |
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| | #10 (permalink) | |
| Hoforganist Registriert seit: 26.12.2006 Ort: Breisach
Beiträge: 173
| Zitat:
![]() Grüßle laubandel | |
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