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| "Bruckners Wesen" Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 127
| Arthur Schnitzler "Meinem Freunde Richard Horn verdankte ich außer der Bekanntschaft mit seinem Onkel, dem ausgezeichneten Klavierspieler und liebenswürdigen Komponisten Ignaz Brüll, eine flüchtige Begegnung mit Anton Bruckner. Da es bekannt war, daß Bruckner gern geneigt war, seinen Besuchern auf dem Orgelharmonium vorzuphantasieren, nahm mich Richard Horn in Bruckners Wohnung mit, wo er sich den regelmäßigen Besuch der Kontrapunktvorlesungen, die der Komponist an der Universität abhielt, im Index testieren lassen wollte. Bruckner, ebenso genial als gutmütig, ließ sich natürlich auch von Richard, den er als seinen fleißigen Hörer kannte, nicht lange bitten und erfreute uns, vielleicht eine halbe Stunde lang, durch sein wunderbares, weltverlorenes Spiel. Nachher habe ich den großen Komponisten niemals wieder gesprochen oder spielen gehört, doch oft genug wiedergesehen, wenn er, stürmisch gerufen, nach Aufführung einer seiner Symphonien, in einem sackartigen Anzug, in seiner unbeholfenen, rührenden Weise sich vor dem belustigten, damals nur zum geringeren Teile wirklich begeisterten Publikum verbeugte." (aufgelesen: Arthur Schnitzler, "Jugend in Wien" - Eine Autobiographie) |
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| | #2 (permalink) |
| "Bruckners Wesen" Registriert seit: 22.01.2007
Beiträge: 127
| Schnitzler (1862 - 1931) war übrigens ein eifriger Klavierspieler: Oft zusammen mit seiner Mutter Louise, aber auch mit Sohn Heinrich oder Freund(inn)en spielte er - neben Werken von Mozart, Beethoven, Wagner, Brahms, Dvorak, Strauss und besonders Mahler, den er zu den "autobiographisirenden" Komponisten zählte - immer wieder die für Klavier bearbeiteten Symphonien Bruckners. Nach gemeinsamen Musizieren der Achten Symphonie von Bruckner notierte er in sein Tagebuch (23.9.1916): "Das Wort Mahlers halb ein Genie halb ein Trottel leuchtete ein." Nach der Zweiten (gemeinsam mit seinem Sohn): "schön aber dumm" (2.7.1917). |
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