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| | #1 (permalink) |
| Stammgast Registriert seit: 26.10.2007 Ort: Mailand
Beiträge: 46
| Und wenn die Riesen nie geboren wären? Liebe Brucknerfreunde, die Frage, die ich euch stellen möchte, ist sehr einfach, ja vielleicht sogar albern, aber eure eventuellen (hoffentlich zahlreichen) Antworten freilich sehr interessant sein werden. Die Menschen kennen und mögen überwiegend die wichtigen, unsterblichen Komponisten: Bruckner vor allem aber dann natürlich die drei B, den göttlichen Mozart, Vivaldi, Chopin, Verdi, Mahler, Debussy, Caikovski, usw. (bitte beachtet, dass ich ausser Bruckner –obligatorisch in diesem Forum – alle anderen Musiker nur zufällig erwähnt habe, d. h. es gibt keine bewusste Auswahl und keine Anordnung). Wenn sie jedoch nie geboren wären, was würden die Leute machen? bzw. hören sie trotzdem klassische Musik an? Oder vielmehr verzichteten sie darauf? Ich beziehe mich auf sehr „kleine“ Komponisten, wie zum Beispiel die folgenden zehn (wieder eine zufällige und sehr beschränkte Liste):1. Stephan Mahu (1480? – 1544) 2. Maria Antonia Walpurgis (1724 – 1780) 3. Arne Mellnäs (1933 – ?) 4. Luis Mison (? – 1766) 5. Karel Miry (1823 – 1899) 6. Francesco Provenzale (1627 – 1704) 7. Miklos Radnai (1892 – 1935) 8. Nikolai P. Rakov (1908 – ?) 9. Marco Uccellini (1603 – 1680) 10. Hans Uldall (1903 - ?) Würden wir ihre Musik doch mögen (weil es nur sie gibt)? Oder würden wir sie langweilig, belanglos urteilen? Ciao, Angelo |
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| | #2 (permalink) |
| Vorstadtkinopianist Registriert seit: 25.12.2006
Beiträge: 225
| Die Frage ist keineswegs albern. Es ist eine interessante Frage. Für mich hat ein Komponist dann den Olymp erreicht, wenn er aufgrund seiner Genialität einen unverwechselbaren Stil geschaffen hat. Man schaue auf Bruckner: Oft kopiert, nie erreicht. Gleiches gilt für Beethoven, Brahms und all diejenigen musikalischen Geistesgrößen, die rückblickend das geschaffen haben, was wir heute recht nüchtern als musikalische Tradition bezeichnen. In Wirklichkeit ist es viel mehr, es beinhaltet das Geheimnisvolle, das Unbeschreibbare dieser Entwicklungen. Wären die bekanntesten Komponisten der einzelnen Epochen nicht geboren worden, hätte sich mit Sicherheit eine andere Tradition entwickelt. Andere Namen, andere Klänge. Wir können nur spekulieren, ob das Qualitätsergebnis noch größer oder spärlicher ausgefallen wäre, immer im Vergleich zu dem, was wir heute als Wertmaßstab sehen. Unser Empfinden hätte sich der jeweiligen Komponisten-Phalanx angepasst. Man muss noch eins bedenken: Ohne Beethovens Geburt würden wir heute vielleicht die 9 Symphonien Spohrs etwas angemessener beurteilen, ohne die Geburt von Brahms hätten sich vielleicht die Symphonien von Raff länger halten können. Alles nur Vermutungen natürlich… Gruß, Haberkorn |
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